Autor:  Hinzugefügt am 02.02.2011, zuletzt aktualisiert am 16.02.2018

Die PlayStation 3 wurde mit der Zeit dümmer, deshalb gibt es den Jailbreak

PlayStation 3 und Controller
PlayStation 3 und Controller

Sony Schuld am Jailbreak für PS3. Ich könnte jetzt fragen, warum Hacker sich die Mühe machen, einen Jailbreak für die PlayStation 3 zu entwickeln. Tatsächlich ist die Firma selbst Schuld daran, denn die Konsole wurde mit der Zeit leider immer dümmer. Nach und nach hat das Unternehmen Funktionen „wegrationalisiert“ oder aber per Software deaktiviert. Entsprechend möchte ich einen Kommentar formulieren, warum Sony nun bekommt, was es verdient.


Es lief doch alles wunderbar

Die PlayStation und der Nachfolger PlayStation 2 verkauften sich wie warme Semmeln. Doch die aktuelle Konsolengeneration kämpft seit ihrer Einführung mit Problemen. Die sind nicht technischer Natur. Vielmehr verkauft sich die Konsole schlecht.

Zuerst brachte Microsoft Ende 2005 mit der Xbox 360 eine HD-fähige Konsole auf den Markt. Ein Jahr
später folgte die Wii. Wenn Ihr bis dahin nicht gerade in Europa wohntet, konntet Ihr zu dem Zeitpunkt sogar schon mit der PlayStation 3 spielen. Es dauerte ein halbes Jahr, bis Sony die Konsole auch hierzulande veröffentlichte. In meinen Augen ein Fehler.

Bewegung ohne Bewegung

In der Spielergemeinde galt die Bewegungssteuerung der Wii schnell als „casual“. Doch Sony ließ es sich nicht nehmen und integrierte eine solche auch in die PS3-Controller (Sixaxis). Was dafür aber fehlte, waren die Vibrationsmotoren. Dies war erneut ein Fehler.

Doch die PS3 macht auch einiges richtig. Ihr könnt sie als Blu-ray-Player verwenden und mit Ihr im Gegensatz zur Xbox sogar kostenlos online spielen. Die weitreichende Medienunterstützung (per Kartenleser, USB-Sticks etc.) erlaubt sogar das Streamen von Medien an den Fernseher.

PS2 im Gepäck

Die allerersten Gerätegenerationen hatten dazu eine PS2 im Gepäck. Tatsächlich waren auf den ersten Geräten auch Chips der Vorgängergeneration montiert. Die PS3 war so mit allen ihren Vorgängern kompatibel. Doch schon bei der ersten europäischen Variante hatte Sony die Chips entfernt und setzte stattdessen auf Software-Emulation. Doch auch die hatte nicht lange Bestand. Abermals ein Fehler; Außerdem wurden im Laufe der Zeit USB-Ports und der Kartenleser entfernt.

Kopierschutz ist sicher

Doch bis Mitte 2010 blieb die Konsole tatsächlich ungeknackt. Die Wii und die Xbox 360 hingegen waren kurze Zeit nach ihrer Veröffentlichung bereits so modifiziert, dass die Konsolen „Backups“ abspielen konnten. Die PS3 weigerte sich jedoch nach Kräften, fremde Programme abzuspielen. Schon das Blu-ray-Laufwerk war der perfekte Kopierschutz. Denn selbst im Januar 2011 sind Blu-ray-Brenner und vor allem Rohlinge unvernünftig teuer.

GeoHot und OtherOS

Für Nerds war die Konsole außerdem interessant, weil sie Linux darauf installieren konnten. Sony hat diesen Stecker aber bereits im letzten Jahr gezogen. In jedem Fall aber konnte man über die Linux-Installation den Grafikprozessor nicht erreichen, aus Angst, Gamer könnten Linux-Spiele auf der Plattform spielen. Es mussten also alle Berechnungen über die CPU ausgeführt werden. Der Arbeitsspeicher des Systems ist außerdem auf 256 MB beschränkt.

Doch dann kam der junge George Hotz daher, den man besser unter seinem Spitznamen Geohot kennt. Ihm gelang es, den Grafikchip der Konsole direkt anzusprechen. Sony passte das gar nicht. Deshalb entfernte die Firma mit der Firmware 3.21 die „OtherOS“-Funktion der PS3. Das war meiner Meinung nach der entscheidendste Fehler. Denn damit stachelte man die Nerds erst richtig an. Alles nur wegen einer Funktion, die in der Praxis aufgrund der begrenzten Ressourcen kaum Relevanz hatte.

PlayStation 3 gehackt

Deshalb war recht bald danach von einem Hack zu lesen, der OtherOS zurückbrachte. Der Hack machte auf USB-Sticks die Runde und die Hacker machten Sony eine lange Nase. Die Raubkopien laufen auf der PlayStation 3 zwar nicht via gebrannter Blu-ray, dafür aber von der Festplatte. Das ist für die Nutzer des Jailbreaks sowieso von Vorteil, wegen der kürzeren Ladezeiten.

Die Krone setzte die Hackergruppe fail0verflow dem Ganzen auf dem 27ten CCC in Berlin auf. Sie zeigte vor versammelter Mannschaft, dass sie die digitale Signatur der Konsole geknackt hat. Nun ließ sich damit beliebige Software signieren.

Vorliebe für Fettnäpfchen

Sony möchte ich fragen, warum es so oft ins Fettnäpfchen getreten ist? Das Unternehmen machte viele Fehler, brachte das Fass aber zum Überlaufen, mit einer Kleinigkeit. An dieser Stelle bewiese der Konzern zu wenig Fingerspitzengefühl. Ihr habt die Hacker selbst motiviert, Eure Plattform zu knacken!

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