Autor:  Hinzugefügt am 08.05.2011, zuletzt aktualisiert am 02.03.2018

Howard Stringer vergreift sich im Ton, bezeichnet Kunden als Freunde

PSN - Abbildung
PSN - Abbildung

PSN-Kunden sind keine Freunde. Die Hacker-Attacke auf das PlayStation Network ist für Sony zum Fiasko geworden. Nun versuchte vor ein paar Tagen Geschäftsführer Howard Stringer das zerbrochene Porzellan zusammenzukehren. Er veröffentlichte einen offenen Brief an die vielen Besitzer von PlayStation 3 und PlayStation Portable dort draußen. Dummerweise vergriff sich Stringer im Ton und nannte die Kunden „Freunde“, weswegen er jetzt im Kreuzfeuer der Kritik steht.


Offener Brief von Howard Stringer

Sonys Geschäftsführer Howard Stringer veröffentlicht einen offenen Brief. Der Unternehmen beginnt diesen mit der Einleitung „Dear friends“ (dt. liebe Freunde). Mehr als drei Wochen ist es nun her, dass das PlayStation Network Opfer einer Hackerattacke wurde. Dabei wurden persönliche Daten der Mitglieder entwendet. Das Unternehmen hat seine Kunden in dieser Zeit eher schlecht als recht informiert. Deshalb wirkt es wie eine Farce, wenn Stringer die Kunden nun zu Freunden machen möchte.

Sony drückt auf die Tränendrüse

Vergangenen Sonntag verbeugte sich bereits Kazuo Hirai auf einer Pressekonferenz in Japan. Dort gilt die Verbeugung als Geste der Entschuldigung.

Nun folgte der offene Brief von Stringer. Man wird den Verdacht nicht los, dass Sony sich als Opfer hinstellt und sozusagen auf die „Tränendrüse“ drückt. Stringer versucht die PSN-Nutzer in das Sony-Boot zu holen. Hätte er sich das sparen können?

„In the last few months, Sony has faced a terrible earthquake and tsunami in Japan. But now we are facing a very man-made event – a criminal attack on us — and on you.“
Howard Stringer

Nutzer in zwei Lager gespalten

Tatsächlich sind die Nutzer in zwei Lager gespalten. Wir lesen immer wieder Kommentare von enttäuschten Nutzern, die Sony zum Teufel wünschen. Wir bemerken aber auch diejenigen Stimmen, die sich trotz der Versäumnisse der letzten Wochen weiterhin stark mit der Marke identifizieren, komme was wolle. Für diese Gruppe sind vor allem die Hacker zu schelten.

Vertrauensfrage

Es ist letzten Endes auch eine Vertrauensfrage. Ihr habt Sony Eure persönlichen Daten anvertraut und das Unternehmen ist damit aber schludrig umgegangen.

Stringer versucht von der eigenen Verantwortung des Unternehmens abzulenken, indem er den Hackern unterstellt, sie hätten sich gegen Euch gerichtet. Haben sie das wirklich? Sehr unglücklich ist zudem der Hinweis auf Fukushima. Die Katastrophe im Atommeiler steht in keinem Zusammenhang mit der Hacker-Attacke auf Sony. Warum also nutzt Stringer sie als Druckmittel, Euch zu überzeugen? So etwas macht man nicht.

Was denkt Ihr? Hat Sony Schuld? Wenn ja, wie sollten die Japaner mit der Situation umgehen? Und hat sich Howard Stringer im Ton vergriffen? Sind wir Kunden oder Freunde von Sony?

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