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GCO 2009: Aller Anfang ist schwer

Games Convention Online 2009 - Foto vom Samstag
Games Convention Online 2009 - Foto vom Samstag

Die Premiere der Games Convention Online zeigte: Von der einst so stolzen Publikumsmesse ist wenig geblieben. In Leipzig stehen nunmehr die Geschäfte im Vordergrund. Die Messeleitung möchte trotzdem an beidem festhalten.


Wer konnte ahnen, dass aus dem missglückten Sparwitz mit der GC, auf die keiner geht, eines Tages Realität wird? Über den Daumen gepeilt sah es jedenfalls am Freitag, dem ersten offenen Tag, danach aus.

GCO 2009 beginnt nur schleppend

Begonnen hatte die neue GCO schleppend. Der erste Tag zeichnete sich mehr durch leere Hallen denn durch große Besucherströme aus. Enttäuschend auch der für die Games Convention typische „Gong-Run“, wenn die Besucher zur offiziellen Eröffnungszeit in die Hallen strömen. Statt begeisterter Spieler trafen wir auf zurückhaltende Grüppchen.

Im offiziellen Weblog der Messe beklagten sich einige Besucher, es würden nur wenige Spiele vorgestellt, und die meisten seien bereits ein halbes Jahr alt. „Ziemlich lächerlich“, beschreibt ein Besucher diesen Zustand. In der Tat: Es stand in diesem Jahr lediglich eine Halle für Entwickler und Publisher zur Verfügung, um Neuheiten vorzustellen. Die von der Messeleitung hervorgehobenen 74 Aussteller verteilten sich vor allem auf Halle 2 und den Außenbereich, wo die Spiele jedoch eine nachrangige Rolle einnahmen.

Games Convention Online 2009 - Fotos vom Freitag

Games Convention Online 2009 – Fotos vom Freitag

Zur Halbzeit das Ziel verfehlt

Es mutete schon fast verzweifelt an, dass sich der Chef der Leipziger Messe, Wolfgang Marzin, nach dem ersten Tag mit dem Satz zitieren ließ, der Tag sei „verheißungsvoll“ gewesen. Zur Halbzeit der ersten Games Convention Online kamen lediglich 28.000 Besucher in die „heiligen Hallen“, der Großteil davon am Samstagmittag. Vom ursprünglichen Ziel, 70.000 Besucher zu locken, schien die Messeleitung jedoch Meilen entfernt.

Cheerleader sorgen für Stimmung

Stimmung kehrte bei den Spielern nur an den Ständen von „BigPoint“ und bei der „World Cyber Games“ ein. Dort sorgten unter anderem Cheerleader dafür, dass sich die Besucher schnell die Namen der Hauptsponsoren einprägten. Als Dank gab es Spiele, T-Shirts oder Schlüsselanhänger für das Publikum. An anderen Ständen herrschte hingegen freundliche Zurückhaltung.

Zum Schluss auch vorbei

Nun liegen die endgültigen Zahlen vor: 43.000 Besucher waren auf der Messe. Somit wurde selbst das bescheidenere Ziel von 50.000 Besuchern verfehlt. Für die Messe war die Premiere dennoch ein Erfolg. 90 Prozent der befragten Spieler seien tatsächlich Online-Spieler. Die Zielgruppe wurde also angesprochen. Branchenexperten sehen diese Zielgruppe in ihrer Bedeutung wachsen. Dass trotzdem nicht alles nach Plan lief, sei ein Problem, das bei Erstversuchen auftritt.

Silvana Kürschner (Strategic Director Games Convention Global) ließ uns wissen: Am Konzept werde noch gefeilt. So sei der Freitag der GCO 2010 ab morgens für Besucher geöffnet, statt wie in diesem Jahr nur halbtags. Unbedingt muss auch der Ausstellerbereich ausgebaut werden.

GCO, die neue Businessmesse

Zufrieden sind die meisten Unternehmen trotzdem. In so genannten Business-Bereich konnten sie in Ruhe Gespräche führen. Einige asiatischen Publisher nutzten die Messe, um ihre Produkte auch in Europa zu vermarkten – offensichtlich mit Erfolg. Dies hob der Chef der Leipziger Messe am zweiten Tag zurecht hervor. Verkannt wird dabei stets: Die Games Convention (Online) war und ist stets eine Publikumsmesse gewesen. Das Business Center war dabei nie der vordergründigste Aspekt.

Die Messeleitung plant deshalb in beide Richtungen zu wachsen. Dabei helfen überaus positive Gespräche mit Herstellern, die zur Premiere noch zurückhaltend waren, aber großes Interesse für die GCO 2010 bekunden. Ein Wachstum sei so gut wie sicher.

Diesen Ansatz verfolgt auch der Journalist und Spielesammler René Meyer im Interview mit IchSpiele. Zwar sei das Angebot im Publikumsbereich in der Tat rar gewesen. Jedoch: „Die Besucher aus der Umgebung lieben ihre Messe – Leipzig hat einige der größten Publikumsmessen Deutschlands.“

Nicht alles richtig, aber auch nicht alles falsch gemacht

Letztendlich bleibt für Leipzig das Fazit, dass sicherlich nicht alles richtig, vieles jedoch auch nicht falsch gewesen war. Von Europas Leitmesse für Spiele ist zwar nicht mehr zu sprechen. Wenn die Messe ihre Ankündigungen vom Sonntag allerdings umsetzt und die Leipziger auch zukünftig an ihrem „Goldstück“ (Publikumsmesse) festhalten, könnte die Messe in einigen Jahren wieder zur „alten“ Blüte aus 2007 / 2008 anknüpfen, wenngleich in einem anderen Segment, der Online-Spieler.

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