Autor:  Hinzugefügt am 26.04.2005, zuletzt aktualisiert am 30.05.2018
Wertung: 6.0

Arulco ruft erneut in Jagged Alliance 2: Wildfire

Jagged Alliance 2: Wildfire - Screenshot
Jagged Alliance 2: Wildfire - Screenshot

Jagged Alliance 2: Wildfire im Test. Ein Taktikspiel wie Jagged Alliance 2 aus dem Jahre 1999 aufzuwärmen ist mutig. Der Hersteller bewirbt Wildfire dann noch mit „neuen“ Features wie einer besseren Übersicht dank 1024 x 768 Pixel Auflösung in 16 Bit Farbtiefe. Da kommt sich ein Stratege veräppelt vor. Zurecht? Nein.


Die Schlacht um Arulco ist noch voll im Gange. Der Putschversuch von 1999 ist gescheitert. Die Kommandoeinheiten, die man damals in Teil 2 leitete, sind tot. Die böse Diktatorin Deidranna beutet das arme kleine (mittlerweile) südamerikanische Land noch immer mit brutaler Gewalt aus. Widerstand ist nur im Untergrund möglich. Durch das rege Drogennetzwerk in Arulco fühlt sich die US-Regierung genötigt einzugreifen.

Hier kommt Ihr ins Spiel. Ihr sollt nämlich gewaltsam einen demokratischen Umbruch herbeiführen und das Drogenproblem lösen. Das geschieht, wie von Jagged Alliance gewohnt, indem Ihr eine Karte peu a peu einnehmt. Sichert Minen, um den Sold der eigenen Söldner zu berappen. Entreißt dem Feind strategisch bedeutsame Orte. Nebenquests lockern den Spielverlauf erheblich auf und das rollenspielähnliche Aufpäppeln der eigenen Söldner wird schnell zu einem zentralen Spielinhalt.

Alles neu der Mai?

Was aber, fragen jetzt diejenigen, denen das alles aus Jagged Alliance 2 bekannt vorkommt, ist daran neu? Einiges und nichts, wie man will. Die wohl wichtigste Neuerung ist die zeitgemäßere Auflösung von 1024 x 768 Bildpunkten. Sie bietet auch auf aktuellen Flachbildschirmen annehmbare Grafikqualität. An der Grafikengine hat sich jedoch nichts geändert. Die Umgebung sieht allerdings wegen der höheren Auflösung wesentlich schöner aus und ist weniger verpixelt. Einige Grafiken wurden natürlich angepasst, um der höheren Auflösung Rechnung zu tragen. Am meisten wurden die Sektorkarten überarbeitet. Sie sind dank starker Vegetation und realistischerer Architektur nun viel spannender zu spielen. Die Grafikqualität schockt heutzutage aber natürlich die Konkurrenz nicht mehr.

Die Klangqualität ist nach wie vor nicht weiter bemerkenswert. Die Stimmen der Söldner und NPCs sind überzeugend. Die Musikqualität ist bedauerlich schlecht. Überarbeitet wurden die Waffenklänge. Der Sound ist angesichts akustischer Perlen wie „Knights of the Old Republic“ nicht mehr preisverdächtig.

Veni, vidi, mori

Spielerisch hingegen hat sich einiges getan. Alte Fehler wurden ausgebügelt. Leider sind neue hinzugekommen… Die Handlung spielt nun in der Gegenwart. CIA-Operationen sind in Südamerika ja fast schon üblich, wohingegen Söldneroperationen für mehr Demokratie in Afrika eher selten zu dokumentieren sind. Der Schwierigkeitsgrad in Jagged Alliance 2: Wildfire ist enorm gestiegen. Die ersten Städte nehmt Ihr als erfahrener Spieler nach wie vor schnell ein. Es rennen allerdings gut doppelt so viele Gegner umher und strategisch wichtige Positionen werden brutal verteidigt. Die Dunkelheit und das Wurfmesser sind zu diesem Zeitpunkt der beste Freund Eures Hauptsöldners.

Im weiteren Spielverlauf bekommt Ihr es jedoch mit professionelleren Gegnern zu tun. Ohne Nachtsichtgeräte habt Ihr fast keine Chance, tappt Ihr doch sonst im Dunkeln. Schleichen, Kriechen und Meucheln lautet die Devise. Aber nicht nur die technische Überlegenheit der Konkurrenz ist faszinierend. Auch die künstliche Intelligenz scheint überarbeitet worden zu sein. Sieht man sich nicht vor, steht man schnell aus mehreren Richtungen unter feindlichem Feuer. Ihr werdet mit Leuchtstäben buchstäblich ausgeleuchtet und anschließend massakriert. Die neuen Karten mit zahllosen Minenfeldern, beleuchteten Verteidigungszonen und vielen Sandsäcken machen es dabei natürlich nicht leichter. Außerdem beehren einige neue Söldner die Reihen der A.I.M. und neue Waffen steigern den Spaß am Sammeln. Masse plus Klasse lautet hier die kurze Zusammenfassung der spielerischen Änderungen. Die Schnellladefunktion ist meist die am stärksten frequentierte Option. Der enorme Schwierigkeitsgrad ist eine neue Herausforderung. Nahm man Deidrannas Festung einst im Sturm, schleicht man nun eher von Sektor zu Sektor. Auf derartigen Widerstand stieß man früher erst in der Hauptstadt. Durchschnittlich benötigt man für jeden Sektor zwischen 30 und 60 Minuten, später etwas weniger.

Fazit

Jagged Alliance 2: Wildfire ist nichts für Anfänger oder Grafikfetischisten. Wem aber Jagged Alliance (2) gefiel, der wird Wildfire lieben. Der Suchtfaktor ist enorm („den Kerl erwische ich noch!“), der Anspruch hoch (ALT L[oad]) und die Geschichte durchaus spannend. Zahlreiche Alternativmissionen lockern das ganze wesentlich auf, sind nun aber bedeutend wichtiger als im Vorgänger. Noch immer vermisst man schmerzlich den Multiplayermodus. Aber vielleicht wird ja in „Jagged Alliance 3“ oder „Jagged Alliance 3D“ endlich auf diesen Wunsch der Spielergemeinde eingegangen.

An dieser Stelle sei noch angemerkt, dass viele Spieler im offiziellen Supportforum über zahlreiche Fehler klagen. Da bei unserem Test jedoch keinerlei Fehler auftraten (nicht Mal ein eigentlich für PC-Spiele üblicher Absturz), fließt das nicht in die Bewertung ein. Wir verzichten deshalb auf die Angabe von Systemanforderungen, da Jagged Alliance 2:Wildfire eigentlich auf jedem älteren Rechner problemlos funktionieren sollte.

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