GTA: San Andreas
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GTA: San Andreas macht eine gute Figur auf Windows PCs

Grand Theft Auto: San Andreas
Grand Theft Auto: San Andreas

Wie schlägt sich GTA: San Andreas im Test? Wie fühlen wir uns zu Hause in einem virtuellen US-Bundesstaat Anfang der 1990er Jahre? Wir wünschen Euch in jedem Fall einen angenehmen Aufenthalt in den Städten Los Santos, San Fierro und Las Venturas. Die sind nämlich Bestandteil von Rockstars San Andreas und bieten eine Menge Raum und Zeitvertreib.


„Willkommen in San Andreas“ – Was wie eine von einem Reiseunternehmen gesponsert klingt, ist Teil der Verpackung von Rockstars neustem Hit Grand Theft Auto: San Andreas. Aus der Verpackung fällt dann auch ein richtiges Buch heraus, in dem die wichtigsten und schönsten Plätze der drei Städte in San Andreas beschrieben stehen. Es ist wie ein Reiseführer aufgemacht. Daneben findet Ihr noch eine Registrierkarte, ein San-Andreas-Poster und die Spiel-DVD.

Geduld bei der Installation von San Andreas

4,7 GBytes wollen entpackt und kopiert werden. Die langwierige Installation wird allerdings durch comicartige Bilder versüßt; Ihr könnt Euch aussuchen, ob Ihr die Radio-Sender auf die Festplatte kopieren möchtet. Tut Ihr das nicht, könnt Ihr rund ein Gigabyte sparen. Empfohlen wird das nicht. Denn dann wird das DVD-Laufwerk während des Spielens stärker beansprucht. Es beeinflusst zudem die Ladezeiten negativ.

Willkommen in den 90ern

Zeitlich spielt San Andreas zwischen GTA 3 (Ende der 90er Jahre) und GTA: Vice City (Mitte der 80er Jahre). Ihr findet Euch nämlich Anfang der 90er Jahre wieder, um genau zu sein 1992. Entsprechend ist alles etwas RAP-lastig. Letzte Ausläufer der in den 80er Jahren modernen Neon-Lichter sind nur noch selten zu entdecken.

GTA SA ist das dritte Spiel, das technisch auf Grand Theft Auto 3 basiert. Davon merkt Ihr nicht allzu viel. Manche Autos könnten Euch als Fan aus GTA3 oder Vice City bekannt vorkommen, so z. B. der Sportwagen „Banshee“ oder die Limousine „Washington“. So gut wie alles an der Grafik wurde noch einmal überarbeitet.

Worum geht‘s in San Andreas?

Carl Johnson hat früher in San Andreas gelebt. Dort hat es ihm nicht gefallen. Grund dafür waren die vielen Gangster und Verbrechen. Er, den seine Freunde nur CJ nennen, ist deshalb nach Liberty City gezogen. GTA-Fans erinnern sich: Liberty City ist der Schauplatz von GTA3.

Er erfährt vom Tod seiner Mutter und entschließt sich, wieder zurück in seine alte Heimat, Los Santos, zu fahren. Wenigstens auf der Beerdigung will er dabei sein. Auf dem Weg vom Flughafen zum Grab seiner Mutter wird das Taxi, in dem CJ sich chauffieren lässt, von Polizisten angehalten. Sie werden ihm den Mord an Officer Ralph Pendelbury vor. An dieser Stelle übernehmt ihr die Rolle des CJ.

Das Fahrrad: Der beste Freund des Gangsters

In GTA: San Andreas könnt Ihr viel Neues entdecken. Als Fortbewegungsmittel steht Euch zum Beispiel das klassische BMX-Rad zur Verfügung. Auch neu ist die Möglichkeit zu schwimmen. Trainiert Ihr Euer Lungenvolumen, könnt Ihr sogar tauchen. Darüber hinaus gibt es weitere Gimmicks. In Restaurants, könnt Ihr Euch eben etwas zu essen kaufen. Außerdem könnt Ihr Eure Autos tunen. Das Feature umfasst ähnliche Möglichkeiten wie das Tuning-Rennspiel Need For Speed: Underground. Das nötige Kleingeld wird vorausgesetzt.

Vorsicht, oder ich sprühe

Habt Ihr schon einmal eine Spraydose als Waffe verwendet? In San Andreas geht das. Denn: Mit der Sprühdose könnt Ihr die Graffiti der feindlichen Gang übersprühen. Das sieht zwar die Polizei nicht so gerne, dafür aber die eigenen Gang-Mitglieder umso lieber.

Eine weitere interessante „Waffe“ ist der Fotoapparat. Mit ihm könnt Ihr Aufnahmen wie durch ein Zielfernrohr erzeugen. Die Dateien werden im „GTA San Andreas User Files“-Ordner im Unterordner „Gallery“ im JPG-Format gespeichert. Ein Vorteil gegenüber der altbewährten Druck-Taste ist, dass die Bilder frei von Elementen der Benutzeroberfläche wie der Gesundheit oder dem Fahndungslevel sind. Ihr könnt den Fotoapparat jedoch nur zu Fuß benutzen. Außerdem kann CJ sich nicht selbst fotografieren, höchstens im Spiegel.

Mit CJ im richtigen Leben

CJ hat ein „richtiges“ Leben, anders als die Charakter der Vorgänger. Er muss essen, sich fit halten, Fähigkeiten erlernen und seine Kondition verbessern. Er darf es mit dem Essen nicht übertreiben, weil er sonst dick wird und seine Kondition dann abfällt. Neben seiner Figur muss CJ noch auf seinen Bart und seine Frisur Acht geben. Zum Glück gibt es dafür einen Frisör.

CJ eignet sich mit der Zeit gewisse Fertigkeiten (Skills) an. Sein Geschick im Umgang mit Zweirädern verbessert sich, je öfter er mit einem unterwegs ist. Er kann sich mit einzelnen Kunststückchen vertraut machen, so zum Beispiel mit dem BMX-Rad springen. Probieren geht über Studieren.

Verfolgungsjagden mit der Polizei

Zum richtigen Leben gehört auch, Verfolgungsjagden mit der Polizei zu beobachten. Mancher NPC fährt auf der Landstraße als wäre er alleine unterwegs. Immer mal wieder bekommt er dann Ärger mit den Bullen; In der Stadt werdet Ihr von einem Verkehrs-Rowdy schonmal vom BMX-Rad geschubst.

Respekt ist Alles!

Rockstar Games hat das interessante Kriterium „Respekt“ wieder eingeführt. Das kam zuletzt in GTA2 zum Einsatz. Mit fast jeder Mission steigt Euer Respekt innerhalb der anderen Gangs. Dafür gibt es nicht für jede beendete Mission Geld. Wenn Ihr ausreichend Respekt gesammelt habt, könnt Ihr auf Hilfe von Gangs hoffen, die CJ respektieren. Diese Solidarisierung geschieht beispielsweise, wenn die Polizei hinter CJ her ist, oder es andere Gangs auf ihn abgesehen haben.

Bessert Eure Einbrecherkasse auf

Nachts könnt Ihr außerdem vom Berufsgangster zum Hobbyeinbrecher werden. Ihr könnt in viele Häuser einsteigen und die Besitzer um ihr Hab und Gut „erleichtern“. Vorsicht ist trotzdem geboten. Denn die Inhaber sind nicht außer Haus, sie schlafen ganz einfach nur. Ihr müsst also vorsichtig zu Werke gehen, um nicht entdeckt zu werden.

Kleine Dinge, die den Alltag belustigen

Es gibt eine Menge von Anspielungen, die in GTA: San Andreas versteckt sind. Doch daneben hält das Open-World-Spiel eine Vielzahl von kleinen Mini-Games parat. Im Nachtklub oder in der Bar findet Ihr Spiel-Automaten. Mit deren Hilfe könnt Ihr Spiele im Spiel spielen, die sich grafisch auf C64-Niveau bewegen. Doch ihr könnt auch etwas anspruchsvoller Basketball oder Poolbillard fröhnen. Letzteres erfordert einen Einsatz, um den Ihr spielen wollt.

Läden, wohin man schaut

Wenn man sich schon um alles selbst kümmern muss, dann ist es doch schön, wenn es auch Geschäfte gibt. Beispielsweise könnt Ihr Euch im Kleiderladen von Kopf bis Fuß nach Belieben einkleiden lassen. Im Tätowier-Studio hingegen lasst Ihr Euren Körper verzieren.

Grafik, Akustik und alles drum herum

Im Vorfeld der Veröffentlichung von San Andreas wurde viel spekuliert über die Grafik. Mindestens genauso viel wurde gewettert, dass sie erneut auf GTA3 aufbaut. Die Engine mag auf GTA3 basieren, jedoch sieht man es der Grafik nicht an. Sie hat eine große Auffrischungskur erfahren und erstrahlt in neuem Glanz. Es gibt schöne Wassereffekte. Trotz der vielen Neuerungen ist das, was GTA3 und Vice City bei den Fans so beliebt gemacht hatte, erhalten geblieben: Der Hauch Comic-Feeling.

Feintuning möglich

Erstmals könnt Ihr Euch aussuchen, wie hoch der Grad an Details sein darf. Wechselt Ihr auf „niedrig“, verpasst Ihr einige Details, wie zum Beispiel den Schatten, den alle Objekte werfen, oder das Flimmern der Luft über dem heißen Asphalt. Anti-Aliasing (Kantenglättung) kann jetzt ebenso eingestellt werden. Dies sollte jedoch nur gemacht werden, wenn die Grafikkarte schnell genug dafür ist.

Sound ist erklassig

Der Sound ist gewohnt gut. Auch bei diesem Teil der GTA-Reihe hat uns Rockstar Games nicht enttäuscht, weder bei den Radios, noch beim Ambiente oder der Synchronisation. Die ist zwar nur auf Englisch verfügbar, bietet jedoch deutsche Untertitel. Bei den Vulgär-Ausdrücken wird keine Rücksicht genommen.

Die Radiosender sind abwechslungsreich und unterhaltend. Es werden die Hits aus der Zeit gespielt, so zum Beispiel Depeche Mode. Wenn Euch das Radio im Spiel nicht zusagt, könnt Ihr mit der Musik auf Eurer Festplatte einen eigenen Radiosender basteln. Unterstützt werden alle Formate, die Euer Computer abspielt (Stichwort Codecs). Zwischen Euren Songs wird dann von der GTA-Soundengine eine Moderation gespielt, und manchmal die Werbung, die auch in anderen Radiosendern kommt.

Selbst ist der Mann

Bei GTA: San Andreas habt Ihr nahezu Narrenfreiheit. Das Gameplay ist nicht linear. Die Geschichte könnt Ihr auch verfolgen, wenn Ihr Euren eigenen Weg geht. Wichtig ist nur, dass Ihr Euch die Skills selbstständig antrainiert. Tut Ihr das nicht, habt Ihr früh Probleme im Weiterkommen.

Testrechner mit Problemen

Leider mussten wir bei unserem Test-Rechner (Athlon XP 2000+, Radeon 9800 Pro, SoundBlaster Live!, Windows XP Professional SP2) einige Probleme feststellen. Der Sound setzte öfter mal aus. Es funktionierte dann nur noch das Autoradio. Das empfohlene Treiber-Update half nur bedingt. Nach einiger Zeit trat das Problem wieder auf. Beim Windows-eigenen Treiber (der von Microsoft signiert ist) trat der Fehler öfter und schneller auf als beim Creative-Treiber, der nicht nur fast zwei Jahre älter, sondern auch nicht signiert ist.

Außerdem bemerkten wir Anpassungsschwierigkeiten. Das Spiel lief bei einer Auflösung von 1024×768 Punkten, „sehr hohen“ Details und der Kantenglättung auf Stufe 1 kurz nach der Installation ziemlich stockend. Erst nach circa einer Stunde Spielzeit normalisierte sich das Verhalten.

Fazit: San Andreas das beste GTA aller Zeiten?

GTA: San Andreas steckt voller neuer Features und kann Euch lange bei Laune halten. Ihr möchtet einfach wissen, was als Nächstes passiert. Das muntert ungemein zum Weiterspielen auf. Es gibt für jeden Action-Fan nur einen guten Rat: Kaufen! Abgesehen von den Unregelmäßigkeiten, ist dieses Spiel jeden Cent wert. Die Atmosphäre und der Spielspaß sind unübertroffen.

Rockstar Games hat sich sehr viel Mühe gegeben, der GTA-Serie mit dem neusten Teil noch eins drauf zu setzen. Nie war ein vergleichbares Spiel so nah an der Realität. Es macht trotzdem so viel Spaß.

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