Autor:  Hinzugefügt am 08.11.2006, zuletzt aktualisiert am 18.09.2018
Wertung: 6.0

Battlefield 2142 im Test: Kälteschock

Battlefield 2142, Bild: Electronic Arts
Battlefield 2142, Bild: Electronic Arts

Battlefield 2142 im Test. Einer, wenn nicht gar der beliebteste PC-Multiplayer-Shooter der letzten Jahre findet nun seine Fortsetzung. Und schon spalten sich die Lager. Die einen fürchten um ihren geliebten zweiten Teil, die anderen stürzen sich voller Begeisterung auf den dritten. Die Rede ist natürlich von Battlefield 2142, dem nunmehr offiziellen dritten Teil der Battlefield-Reihe.


Warum nicht Teil 3?

Der immense Sprung von Nummer zwei auf 2142 erklärt sich ziemlich einfach. Während Teil zwei noch in der näheren Zukunft spielt und durch sein Golfkriegsszenario ziemlich dicht an unserer jetzigen Gegenwart ist, spielt der dritte Teil eben im Jahre 2142 und setzt mit Schwebepanzern und battletechkompatiblen Walkern auf entsprechend futuristisches Kriegsgerät. Sie ziehen entweder auf Seiten der EU (Europäische Union), einer Allianz aus den meisten ehemaligen europäischen Staaten und den kümmerlichen Resten der einst so mächtigen USA, oder auf Seiten der PAC (Pan Asian Coalition), bestehend aus Russland, Indien und den Staaten des mittleren Ostens, in den Kampf um die letzten verbliebenen Ressourcen.

Logische Fortsetzung

Somit ist Battlefield 2142 die logische Fortsetzung einer Reihe, die nun mit dem Zweiten Weltkrieg, dem Vietnamkonflikt, einem Krieg in Nahost und der ferneren Zukunft alle wesentlichen Konfliktszenarien gängiger Actionspiele abdeckt. Allerdings stellt sich die Frage, was da noch kommen soll? Bliebe doch nur die Möglichkeit, für einen möglichen vierten Teil auf ferne Planeten auszuwandern. Schließlich scheint Electronic Arts wohl für die Battlefield-Reihe eine Veröffentlichung im Jahresrhythmus zu planen. Aber soweit sind wir noch nicht.

Im Jahr 2142?

Erstmal befinden wir uns ja im bereits erwähnten Jahr 2142. Das trotz der vermeintlich hohen Jahreszahl vieles einen gewohnt vertrauten Eindruck hinterlässt, liegt einfach daran, dass Digital Illusions CE und Electronic Arts auf den Unterbau von Battlefield 2 setzen. Das hat den Vorteil, dass sich die Programmierer darauf konzentrieren konnten, ein möglichst fehlerfreies Spiel zu veröffentlichen.

Ein Nachteil ist, dass Infanteristen auch in der „Zukunft“ mit ziemlich gewöhnlichen Projektilwaffen in die Auseinandersetzungen eingreifen. Auch das schwere Gerät macht einen eher konventionellen Eindruck. Beim Fahren eines Panzers macht es sich kaum bemerkbar, ob Sie nun schwebend über die Hügel heizen oder auf den vertrauten Ketten durch die Gegend rattern. Lediglich beim Anblick der neuen turmhohen Walker wähnt man sich in der Zukunft. Auch die Lufteinheiten orientieren sich eher an bekannten Standards.

Viele Spielereien

Die Zukunft macht sich eher im Kleinen bemerkbar. Nämlich in all den Spielereien, die Ihnen in Form zahlreicher neuer Unlocks zur Verfügung stehen. So besitzt die Engineer-Klasse unter anderem eine magnetische Mine, die sich an vorbei fahrende Fahrzeuge und sogar tief fliegende Gleiter heftet und diese zerstört. Für die Support-Klasse gibt es mobile Schutzschilde, die eine Zeit lang vor Feindbeschuss schützen.

Allerdings hat die Fülle an neuen Unlocks auch seine Nachteile. Bis Sie endlich eine neue und hoffentlich bessere Waffe in Händen halten, dauert es ein wenig. Sie müssen nämlich erst alle davor liegenden Features freischalten. Außerdem muss selbst die aus Battlefield 2 gewohnte Standardausrüstung wie der Defibrillator und selbst Handgranaten erstmal freigeschaltet werden. Das nervt gerade zu Beginn gewaltig. Stehen Sie doch quasi mit heruntergelassenen Hosen auf dem Schlachtfeld. Selbst der Einstieg beim Squadleader muss erst auf diese Weise freigeschaltet werden. Und dann besitzt der Squadleader auch nur einen transportablen Einstiegspunkt, den er irgendwo in das Gelände schmeißt – hoffentlich sinnvoll. Tut er dies nicht, so kann wie gewohnt direkt beim Squadleader gespawnt werden.

Gerade für Späteinsteiger dürfte diese Situation immer schlimmer werden. Zumindest versucht DICE diesen Punkt etwas zu mildern, indem man den Spieler schneller befördert, als es noch im Vorgänger der Fall war. Gerade zu Beginn der Soldatenkarriere hagelt es Auszeichnungen und neue Ränge. Nach jeder Runde können Sie einen neuen Ausrüstungsgegenstand auswählen. Leider ist dies nicht von Dauer, steigt doch mit jedem Aufstieg auch die erforderliche Punktezahl für den nächsten Rang. Gelegenheitsspieler werden es also mit der Zeit schwer haben, sich mit Dauerspielern zu messen.

Kampf dem Titanen

Apropos Klassen. Davon gibt es jetzt nur noch vier. Dazu haben die Entwickler überwiegend sinnvolle Zusammenlegungen vorgenommen. So wurden Engineer und Antitank, Assault und Sanitäter sowie Scharfschütze und SpecOps zu jeweils einer Klasse verschmolzen. Nur der Supporter kämpft nach wie vor für sich allein.

Interessanter hört sich da schon der neue Titan-Modus an. Hier schweben zwei waffenstarrende Trägerschiffe über dem Schlachtfeld. Ein eigener, den es zu verteidigen gilt und ein gegnerischer, der im Umkehrschluss zerstört werden muss. Dabei nehmen Sie, anders, als im gewohnten Conquest-Modus, keine Fahnen ein, sondern Raketensilos. Diese feuern nach einer kurzen Aufladephase ihre tödlichen Geschosse in Richtung des gegnerischen Titanen ab. Sind die Schilde ausgeschaltet, fressen sich diese beständig durch die Panzerung, bis der Koloss schließlich in einem gleißenden Feuerball vergeht. Beschleunigen lässt sich dieser Vorgang dadurch, dass Sie an Bord des feindlichen Titanen zuerst vier Konsolen und schließlich den Reaktor des Schiffes zerstören.

Leider macht sich gerade hier die schlechte Performance bemerkbar. Gerade, wenn sich der Titan bewegt, kommt es in den Gängen des Giganten zu massiven Lags, bis hin zur Unspielbarkeit. Hier ist dringend ein Patch erforderlich.

Ansonsten steht natürlich der vertraute Conquest-Modus zur Verfügung. Wenn auch im schickeren Gewand der weiterentwickelten Grafikengine. Leider wuchs damit auch der Hardwarehunger. Dafür gibt es aber auch schicke Effekte, wie die Explosion einer EMP-Granate und deren sichtbare Auswirkungen auf die eigenen Anzeigen.

Fazit

Battlefield 2142 ist eine logische Fortsetzung. Sie ist aber auf den zweiten Blick zu sehr an die Gegenwart angelehnt. Denn viele der Einheiten wirken eher konventionell als futuristisch. Das gilt auch fürs Gameplay. Es sind Kleinigkeiten, die Lust machen, sie zu entdecken. Allerdings nur, wenn Sie die Geduld aufbringen. Denn manche Möglichkeiten müssen Sie sich erst erarbeiten und freischalten. Sehr gut möglich, dass vor allem Einsteiger von dieser Vorgehensweise abgeschreckt werden und daher der Multiplayer nicht allzu bevölkert wird.

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