Sniper Elite V2
Sniper Elite V2 Screenshot
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Sniper Elite V2: Scharfschütze um jeden Preis?

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Sniper Elite V2 im Test. Rebellion hat es noch einmal gemacht. In diesem Teil des Ego-Shooters schickt Euch das Entwicklerstudio nach Berlin zum Zeitpunkt des Zweiten Weltkriegs. In jedem Fall schlüpft Ihr in die Rolle eines alliierten Scharfschützen. Ihr könnt und müsst wichtige Personen eliminieren, die im Zusammenhang mit der Entwicklung der V2-Rakete stehen. Eventuell tötet Ihr so sogar den digitalen Adolf Hitler.


Die Informationen im Zusammenhang mit der V2-Rakete sollen nicht den Russen in die Hände fallen. Deshalb müsst Ihr als Soldat der Alliierten dies verhindern. Interessant ist, dass die Entwickler die Geschichte größtenteils durch kleine Zwischensequenzen erzählen, die sogar mit authentischen dokumentarischen Beiträgen durchmengt werden.

Die Aufgabe: scharf schießen

In Sniper Elite V2 betrachtet Ihr die Welt in erster Linie durch das Okular eines Scharfschützengewehrs. Die Kampagne umfasst elf Missionen. Die sind allesamt nicht sehr umfangreich. Ihr bewegt Euch zunächst meist am feindlichen Widerstand vorbei, führt Euren Auftrag aus und verschwindet dann wieder. Ihr habt im neuen Shooter von Rebellion nicht die Freiheiten, die Ihr aus anderen Spielen des Genres kennt. Euch bleibt immer nur ein Weg zum Ziel und wieder zurück.

Taktik oder Amoklauf

Sehr wohl habt Ihr aber die Wahl, wenn es darum geht, ob Ihr Euch besonnen oder stürmisch zum Ziel bewegt. Ihr könnt strategisch vorgehen und ohne den Alarm auszulösen am Ziel ankommen. Oder Ihr lauft Sturm und müsst dann aber mit den Konsequenzen rechnen. Gerade als Scharfschütze ist vermutlich der erste Weg der spannendere. Ihr könnt darüber hinaus noch Fallen legen, wie beispielsweise Landminen oder Stolperdraht.

Den Moment abpassen

Neudeutsch müsst Ihr Euch natürlich immer auch eine Exit-Strategie überlegen. Ist der Schuss auf das Zielobjekt gefallen, versucht die KI Euch auszuschalten. Wenn Ihr davor die Eingänge mit Fallen sichert, gewinnt Ihr Zeit, um die Gegner präzisionsgenau auszuschalten. Wartet mit dem Ausschalten der Zielperson am besten immer einen guten Moment ab. Manchmal fliegen Flugzeuge vorbei, läuten Kirchenglocken, sind Explosionen zu vernehmen, oder Gewitterblitze. All diese Ereignisse sorgen dafür, dass die KI-Soldaten vom goldenen Schuss nichts mitbekommen. Sobald sie aber eine Leiche finden, geht der Ärger wieder los.

Luft anhalten

Ein „interessantes“ Gameplay-Element ist die Möglichkeit, die Luft anzuhalten. Denn in höheren Schwierigkeitsgraden spielen Wind und Wetter eine Rolle beim Schießen. Haltet Ihr den Atem an, seht Ihr durchs Zielfernrohr eine rote Raute, die den Einschlagsort der Kugel anzeigt. Gleichzeitig wird die Zeit verlangsamt. Wenige Sekunden bleiben Euch in dieser Zeitlupe, um womöglich den perfekten Treffer aus mehreren hundert Metern Entfernung zu landen.

In den Ruinen Berlins

Um Euch das Spielgeschehen genauer zu erklären, haben wir eine Beispielmission aufgezeichnet. Darin müsst Ihr einen Wissenschaftler aufspüren und befragen. Wir haben uns durch die Ruinen Berlins gekämpft, diverse Feinde unschädlich gemacht und betreten eine zerstörte Bibliothek gegenüber dem Zielgebäude. Als wir es uns dort gemütlich machen, stellen wir fest, dass ein deutscher Offizier den Wissenschaftler exekutieren will und wir das nicht zulassen dürfen.

USK setzt den Zensurstift an

Was den Amerikanern die Erotik, ist dem Deutschen seine Gewalt. Entwickler Rebellion musst Sniper Elite V2 für den deutschen Markt überarbeiten. Viele, wenn nicht gar alle Elemente der Physik-Engine (Ragdoll-Effekt und andere) fallen dem Rotstift zum Opfer. Außerdem gibt es die Kamera nicht mehr, die nach dem Schuss dem Projektil folgt. An der Stelle hat der Entwickler aber eine doofe Stelle für den „Schnitt“ gewählt. Denn die Kamera bricht mitten im Flug ab, der Bildschirm wird kurz dunkel und dummerweise sehr Ihr so nicht einmal mehr einen Widersacher umkippen.

Uncut bietet Gewaltdarstellung

In der unzensierten Fassung geht es deutlich rabiater zu. Sie können wir keinesfalls für Nutzer unter 18 Jahren empfehlen. Ihr bekommt in dieser Variante nämlich wenig zimperliche Gewaltdarstellung geboten. Ihr seht das Blut spritzen und teilweise die Kugel im Kopf oder Körper der gegnerischen Soldaten eintreten. Es folgen dann spezielle Animationen, die mittels Röntgenblick die Organe im Innern bei Ihrer Zerstörung animieren. Zart besaitete Zeitgenossen sollten um diese Version tatsächlich einen Bogen machen.

Kooperativer Mehrspieler-Modus

Wenn Ihr mögt, könnt Ihr Sniper Elite V2 auch mit einem Freund zusammen meistern. Die elf Missionen sind aber nur ein Teil des Mehrspieler-Modus.

Denn es gibt daneben noch Herausforderungen. Ihr könnt beispielsweise unter Zeitdruck Gegenstände einsammeln, ehe ein Gebiet bombardiert wird. Aber Ihr werdet die ganze Zeit von KI-Gegnern belagert. Darüber hinaus gibt es einen Horden-Modus, der mehr an Zombie-Survival-Spiele erinnert. In Wellen versuchen immer mehr Gegner Euren Standort einzunehmen.

Fazit

Rebellion hat mit Sniper Elite V2 doch geschafft, ein spannendes Scharfschützen-Spiel zu entwickeln. Das hat unser Test gezeigt. Besonders spannend wird der Shooter, wenn Ihr nicht blindlings marschiert, sondern die Ruinen Berlins zu Eurem Vorteil nutzt. Ihr werdet für das taktische Vorgehen sogar mit mehr Punkten belohnt.

Die Spielgrafik und der Sound bleiben aber hinter unseren Erwartungen zurück. Das geht besser. Für Fans von sinnloser Gewaltdarstellung sei noch erwähnt, dass zwischen der geschnittenen USK-Fassung und den übrigen Varianten Welten liegen.

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