Autor:  Hinzugefügt am 09.01.2012, zuletzt aktualisiert am 28.10.2021
Wertung: 7.0

Mario Kart 7 – Im Test auf dem Nintendo 3DS: Bewährt sich Altes wieder mal?


Das jüngst erschienene Spektakel, das allerdings vorwiegend versucht durch Altbewährtes zu glänzen, nennt sich Mario Kart 7 und spielt sich seit dem 2. Dezember für den Nintendo 3DS. Nintendo setzt hier eher auf kleinere Neuerungen im Gameplay und lässt das Gesamtkonzept bestehen. Doch da stellt sich natürlich die große Frage: Ist Altes tatsächlich immer besser, auch in Videospielen? Wir finden es für euch raus, in unserem Review zu Mario Kart 7.


Lange ist es her, seit Mario und all die anderen Helden über eindimensionale, pixelige Strecken auf Konsolen wie dem Super Nintendo Entertainment System (SNES) gebrettert sind. Fahren tut der italienische Klempner immer noch mit Freund und Feind um die Wette, doch mittlerweile sind die Videospielfiguren in der Dreidimensionalität angekommen.

Man „könnte“ es Einfallslosigkeit nennen, was Nintendo dem Spieler präsentiert, denn das System, das ebenfalls schon bei früheren Ablegern wie „Mario Kart Wii“ oder der DS-Version der Reihe benutzt wurde, findet man auch im nunmehr siebten Teil der Serie wieder.

Motorvolumen

Für Einsteiger gibt es den Modus mit 50ccm-Gefährten, für erfahrene Fahrer den 100ccm-Cup und für Profis ist die Klasse der 150ccm-Karts bereitgestellt. Doch keine Angst, die Wettbewerbe werden bekanntermaßen nur geringfügig schwieriger. Wer alle drei Modi erfolgreich bewältigt hat, auf den wartet ein Vierter, in dem Spieler die Strecken spiegelverkehrt präsentiert werden. Hinter jedem Wettbewerb tummeln sich 8 Grands Prix. In jedem davon gilt es, sich gegen die Verfolger auf 4 verschiedenen Fahrstrecken durchzusetzen. Man muss also 32 Pfade erfolgreich meistern, ehe man einen Wettbewerb abgeschlossen hat.

16 Strecken wurden neu hinzugefügt, 16 hat man bereits in früheren Ausgaben der Mario-Kart-Serie kennenlernen dürfen. Dort findet man nun auch die Wii-Strecken, beispielsweise die beliebte Kokos-Promenade oder auch Luigis Villa, ein Pfad, bei dem man bereits auf dem DS um die Wette hetzen musste. Weitere Beispiele wären der Koopa-Strand (N64) oder Marios Piste (SNES).

Doch nun zum wichtigeren Teil: Den neuen Strecken. Denn mit ihnen gemeinsam finden sich die ersten Neuerungen: Jetzt kann man das Königreich der Pilzköpfe um Toad auch aus der Luft und zu Wasser erobern. Mit Hilfe des Paragleiters und der Fähigkeit des Tauchens kann man die Lüfte und den Meeresgrund ebenfalls befahren. Während man im Meer allerdings noch gelenkig durch die Umgebung fahren kann, wirken die Aktionen in der Luft spröde und ziemlich schwammig.

Luftschlösser

Die Bedienbarkeit wird also dank des Paragleiters um einiges erschwert. Das größte Problem, das sich in der Luft auftut, sind Streckenmarkierungen, die vom Boden aus eingehalten werden müssen. Doch diese sind natürlich nicht in schummriger Höhe einprogammiert. So knallt man also in manchen Streckenabschnitten gegen imaginäre Luftwände, die einem das Geschehen deutlich erschweren. So manch einen ersten Platz musste ich wegen der ungelenken Bedienung bereits mit einer undankbaren fünften Stellung eintauschen.

Nur egal wie unfair Mario oder, wie in meinem Fall, Yoshi sich in der Luft lenken mag, der Spielspaß kommt trotzdem nie zu kurz. Denn am Boden ist die Steuerung genauso griffig wie in anderen Teilen der Serie. Wer an früheren Exemplaren seine Freude hatte, wird in diesem Fall gleichsam nicht einschlafen. Denn eine Menge Gegner und Fahrspaß bringt Mario Kart 7 eindeutig mit sich, egal ob man nun alleine die Grands Prix bewältigt, oder den Multiplayer mit Freunden aus aller Welt ausreizt.

Weitere Neuerungen

Wie üblich wurde das Fahrerfeld auch im siebten Teil von Mario Kart erweitert. So langsam scheint Nintendo das gesamte Königreich eingegliedert zu haben. Es stoßen deutlich unbekanntere Fahrer hinzu: Wo in Mario Kart Wii noch eine Fahrerin wie Rosalina, Hauptcharakter in Super Mario Galaxy, hinzukam, präsentieren einem die Entwickler nun Figuren wie Metal Mario, bekannt als eine Form des Klempners in Super Mario 64, oder Wiggler, die knuffige Raupe, die in früheren Teilen eigentlich noch als Hindernis galt (beispielsweise im „Blätterwald“ der Wii-Version).

Neue Items wie das Superblatt wurden außerdem eingefügt: Es zaubert dem Fahrer einen Waschbärschwanz an, der auch in Super Mario 3D Land zum Einsatz kommt. Dieser fungiert ähnlich wie 3 Panzer, er „wischt“ die Gegner förmlich weg und hält sie so auf Distanz. Doch auch das Superblatt will seinen Zweck nicht wirklich erfüllen, denn die Richtung, in die sich der Waschbärschwanz bewegt, muss der Spieler selbst lenken – keine einfache Aufgabe. Man möchte Nintendo fragen, der Spieler während er unter vollem Rennstress steht nicht schon genug zu tun hat. Da ist das zweite neue Item deutlich nützlicher: Die Feuerblume wird ihrem Namen gerecht. Man kann den Gegner kurz abfackeln und somit an ihm vorbeiziehen. Selbst wenn sich das Feuer sein Ziel nicht selbst sucht, erweist es sich doch als relativ nützlich. Hier endet die Akte „Neuerungen bei Mario Kart 7“ allerdings bereits. Alles, was nun folgt, basiert auf altbewährtem Standard und wurde höchstens ein wenig modifiziert.

Weitere Modi und Soundcheck

Nicht nur die Grands Prix sind wieder vertreten in Mario Kart 7, auch das Zeitfahren und die Battle Stages wurden wieder bereitgestellt. Das Zeitfahren hat überhaupt keine Änderung erfahren. Bei den Battle Stages gibt es nun die ersten Retro-Strecken, wie den Riesen-Donut, den man schon vom Game Boy Advance kennt.

Jeder, der mal ein Mario-Spiel in der Hand hielt, kennt die Geräuschkulisse, wenn man den Stern auslöst, die Fanfaren am Anfang, die kreisenden Panzer. Es gibt nichts, was man nicht bereits gehört hätte. Die Hintergrundmusik ist für Nintendo typisch und verfügt über kaum Stellen, die einem ein beklemmendes Gefühl geben würden (ausgenommen auf der Geisterinsel natürlich). Spieler bekommen schöne Kompositionen zu hören.

3DS ohne 3D?

FIXME gamesAwardsOutputÜber die Qualität des 3D-Effekts auf dem 3DS wurde schon einiges berichtet. Auch bei diesem Racer findet man kaum Dreidimensionalität vor. Man sieht den Fahrer allerdings während des Rennens immer nur von hinten. Erst bei den Schlusssequenzen nach jedem Rennen, wenn man den Fahrer von vorne sieht, zeigt sich der Effekt dann doch noch ziemlich eindrucksvoll. Mario Kart 7 ist durchaus ein weiterer Sprung nach vorne, denn die Strecken sind schöner und detaillierter als je zuvor. Speziell die Retro-Strecken fand ich toll aufbereitet.

Multiplayer

Hat man die Anmeldung online hinter sich gebracht, kann man auch schon loslegen. Grafisch und inhaltlich hält sich der 3DS-Multiplayer an denjenigen der Wii-Version. Deshalb leistet der Mehrspieler-Modus aber auf dem Handheld nicht weniger gute Arbeit als auf der Konsole. Ein paar Punkte Abzug gibt es natürlich trotzdem für die gleichbleibende Welt.

Fazit

Wer an früheren Rennspielen von Mario Spaß hatte, wird sich hiervor garantiert auch nicht scheuen. Gelungen ist Mario Kart 7 definitiv, doch persönlich wünsche ich mir für die kommende Wii-U-Version, die bald erscheinen soll, ein wenig mehr Innovation. Selbst wenn sich das Konzept bewährt, wären ein paar Neuerungen nach all den Jahren angebracht, beispielsweise könnte man doch neben den Grands Prix mal einen Story-Modus einführen. Aber die Hauptsache ist natürlich weiterhin der Fahrspaß – und von dem gibt es in Mario Kart 7 jede Menge.

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