Autor:  Hinzugefügt am 03.05.2011, zuletzt aktualisiert am 26.08.2021
Wertung: 7.0

GooseGogs – Test: Nur nicht wütend werden…


Choleriker sollten jetzt besser die Seite wechseln: GooseGogs, ein kürzlich für den PC erschienenes Plattformspiel von Entwickler Frederic Schimmelpfennig, könnte Menschen mit anfälliger Hutschnur in den Wahnsinn treiben. Warum das so ist und ob’s trotzdem Spaß gemacht hat, erfahrt ihr wie gewohnt bei uns in der Review!


Sie sehen harmlos aus, doch lasst euch davon nicht täuschen: Die Gogs. Gogs sind kleine, rundliche Wesen von denen ihr im Laufe des Spiels sechs verschiedene zur Seite gestellt bekommt. Ihre Daseinsberechtigung scheint darin zu bestehen wie kleine Flummies durch die Level zu hüpfen und dabei in erster Linie für eines zu sorgen: Wut. Damit ist zunächst einmal nicht der Gemütszustand des geneigten Spielers gemeint, sondern vielmehr eines der zentralen Elemente des Spiels.

Wut ist ansteckend

Das Spielprinzip besteht grob darin, euren Gog durch ein mehr oder weniger kompliziertes Level zu bugsieren und dabei allerlei Hindernissen auszuweichen. Dies gestaltet sich relativ leicht und fordert nicht wirklich. Die große Herausforderung kommt erst hinzu wenn es darum geht die Punktegrenze eines jeden Levels zu überbieten, um im Spiel voranzuschreiten. Um dies zu erreichen müsst ihr die feindlich gesonnenen Gogs dadurch ausschalten, dass ihr per Knopfdruck euren Gog dazu bringt über seinen Schweif die eigene Wut an den Gegner zu übertragen. Dazu hoppelt ihr ein wenig um diesen herum, achtet darauf, dass euer Schweif den Widersacher längere Zeit berührt und seht schließlich dabei zu wie dieser vor lauter Ärger platzt. Dabei müsst ihr allerdings darauf achten, dass ihr nicht zu lange Wut ausstoßt, da auch euer eigener Gog nicht immun gegen deren Wirkung ist. Zu viel Zeit und Vorsicht dürft ihr dabei allerdings nicht walten lassen, da sich euer Punktezähler konstant reduziert und dadurch zu einer Art Zeitlimit wird, welches euch zusätzlichen Druck macht.

Einfach und gut

Auch wenn das Ganze sehr schlicht klingt und vom Prinzip her auch ist, so hat man doch eine Menge Liebe in dieses Spiel gesteckt, was sich im sehr feinen Gameplay bemerkbar macht. Jeder der sechs verfügbaren Gogs spielt sich komplett einzigartig und überrascht immer wieder aufs neue durch seine präzise ausgearbeiteten physikalischen Eigenschaften: Während der Standardgog ein Allrounder ist, der keine nennenswerten Charakteristiken besitzt, wurde bei seinen Kollegen sehr stark darauf geachtet, dass sie verschiedene Spielerlebnisse bieten. So lässt sich der Fels-Gog durch sein Gewicht eher weniger präzise steuern, nimmt aber dadurch auch einiges an Fahrt auf, während der Stachel-Gog eine bessere Verteidigung bietet, durch seine zackige Form aber dazu neigt ein wenig zu hoppeln.

Nicht nur spielerisch, sondern auch optisch ist das Game absolut top, da uns hier feine Grafiken im Cell-Shading-Design präsentiert werden, welche auf den ersten Blick stark an Spiele wie Patapon oder World of Goo erinnern. Doch GooseGogs bringt seinen ganz eigenen Charme mit. Die Soundkulisse gibt dem Ganzen durch seine feine Untermalung dann noch den letzten Schliff und bildet das Pünktchen auf dem I.

Frustration vorprogrammiert

Einen Kritikpunkt gibt es an dem Spiel allerdings doch, und der führt uns auf direktem Wege zurück zum Leitmotiv, der Wut: Selbst auf leichtestem Schwierigkeitsgrad sind einige Passagen des Games wirklich abartig schwer. Ich würde mich selbst als Spieler mit langjähriger Jump-and-Run-Erfahrung
bezeichnen, jedoch stieß ich hier des öfteren an die Grenzen dessen, was ich mir und den Gegenständen um mich herum zumuten möchte, da diese mehrfach Opfer meiner Frustration wurden und seitdem einige Spuren exzessiven Goosegogs-Zockens mit sich herumtragen.

Fazit

Bereits nach wenigen Tagen hat sich bei mir im Bezug auf das Game eine gewissen Hass-Liebe entwickelt: Von den ganzen Frustmomenten einmal abgesehen, handelt es sich bei GooseGogs nämlich um ein wirklich liebevoll gestaltetes Game, welches durch ein absolut durchdachtes Gameplay und einen extrem hohen Suchtfaktor bietet. Wer eine niedrige Frustgrenze besitzt sollte möglicherweise erst einmal die Demo antesten, da diese einen wirklich guten Überblick über das Spiel und sein Gameplay bietet. Besitzer einer Xbox 360 sowie eines iPhones oder iPads können sich zudem auf geplante Portierungen freuen. Kauftipp!

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