Autor:  Hinzugefügt am 30.10.2006, zuletzt aktualisiert am 07.01.2018
Wertung: 6.5

El Matador strotzt geradlinig vor Waffen

El Matador
El Matador

El Matador im Test: Ein wenig geziert hatte er sich ja am Anfang. Er wollte wohl nicht, dass seine Tarnung auffliegt. Oder er hat mehr Zeit gebraucht, den Einsatz zu planen. Denn eigentlich sollte er schon im August in Kolumbien eintreffen. Doch eine unabhängige SK-Behörde war anderer Meinung. Nun wurde der Plan noch einmal überarbeitet und unser Matador kommt endlich zum Einsatz. Wir haben den Shooter getestet.


Victor Corbet ist Spezialagent der amerikanischen Anti-Drogen-Behörde, der DEA. In dieser Funktion tritt er gegen die Drogenmafia Kolumbiens an. Zunächst führt ihn sein erster Einsatz nach Tijuana, Mexiko. Dort muss er Alberto Marica festnehmen. Ein kleiner Fisch, aber einer mit wichtigen Informationen. Diese führen Victor auf die Spur des kolumbianischen „La Valedora“-Kartells.

Tausend Tode

El Matador ist ein einfacher und geradliniger Shooter, selbst wenn die wechselnden und abwechslungsreichen Missionsziele etwas Anderes suggerieren. Im Endeffekt laufen die Missionen nur auf ein Ziel hinaus: Erledige den Bösewicht. In den späteren Missionen wird daraus kein Hehl mehr gemacht. Dennoch gestaltet sich die eigentliche Geschichte wendungsreich. Schließlich wisst Ihr bis zum Ende nicht genau, welche Ziele Vincent Corbet eigentlich verfolgt. Ebenso bleiben die wahren Motive seiner Kollegen im Dunkeln. Trotz dieser ganzen Verwicklungen behaltet Ihr in „El Matador“ ein Ziel fest im Auge. Die Zerschlagung des Kartells.

Schnelle Gefechte

Während der schnellen Gefechte schaut Ihr Victor über seine breiten Schultern. Und Ihr bewegt Euch per Standard-Shooter-Steuerung durch die Level. Nebenbei freut Ihr Euch darüber, endlich mal wieder einen Helden zu verkörpern, der mehr als die sonst üblichen vier Waffen tragen kann. Vincent kann mehr als 25 schleppen.

Die sind unterteilt in sechs Kategorien. Ihr wählt per Zifferntaste 1 bis 6 zwischen Pistolen, leichten Maschinenpistolen, Sturmgewehren, Schrotflinten, Präzisionsgewehren und schweren Waffen wie Granat- und Raketenwerfer. Dazu gesellen sich Blend- und Splittergranaten. Die Waffen sammelt Ihr unterwegs von toten Gegnern auf. Genauso wie die immer wieder dringend benötigten Medipacks und Schutzwesten. Letztere lassen sich zudem in Schränken oder dunklen Ecken finden.

Synchronisation

Bei der Synchronisation hat man sich bei Frogster sichtlich ins Zeug gelegt. Alle tragenden Charaktere wurden mit guten Sprechern besetzt. Allen voran der El Matador selbst. Ihn spricht kein geringerer als Tobias Meister, die deutsche Stimme von 24-Star Kiefer Sutherland. Ihn und die anderen hört Ihr immer in den gut gemachten Zwischensequenzen, die zwischen den einzelnen Kapiteln und innerhalb der Missionen die Handlung vorantreiben. Die Zwischensequenzen sind zwar sehr gut geschnitten und stimmig in Szene gesetzt, aber leider nicht lippensynchron vertont.

Musik ist Mangelware

Im Spiel gibt es leider nur ganze drei Musikstücke. Ein rockiges in den Menüs, sowie zwei in den Missionen. Ein sanftes Stück für die ruhigen Momente, sowie ein rockiges für die actiongeladenen Abschnitte.

Dafür können die übrigen Soundeffekte überzeugen. Jede Waffe hat ihren eigenen, passenden Sound. Die Explosionen klingen kraftvoll. Untergründe erkennt Ihr am entsprechenden Geräusch.

El Matador sieht gut aus

Grafisch zählt El Matador definitiv zu den Highlights der Saison. Die Grafiker haben sich bei ihrer selbstentwickelten Grafikengine sichtlich Mühe gegeben und ziehen alle Register der modernen Programmierkunst. Sie glänzt mit einer Fülle an Details, feinem HDR-Rendering, ist farbenfroh und passt bestens zur tropischen Umgebung. Die Texturen sind scharf und deutlich. Räume sind stimmungsvoll beleuchtet und Objekte werfen realistische, in Echtzeit berechnete Schatten.

Es geht etwas zu Bruch

Die Physik trägt ebenfalls ihren Teil zum Wohlgefallen bei. Zwar lässt sich nicht die komplette Umgebung zerstören, aber zumindest explodieren Fässer, gehen Kisten und Bretterbuden zu Bruch. Auch fangen Holzstapel Feuer und von Betonpfeilern platzen ganze Brocken ab. Obwohl die Spielabschnitte streng linear aufgebaut sind, wurden sie mit viel Liebe zum Detail gestaltet. Der Weg durch enge Gassen, weitläufige Industrieanlagen und über verschlungene Dschungelpfade wird niemals langweilig.

Beinahe fehlerfrei

Während des Tests von El Matador sind uns nur wenige Ungereimtheiten aufgefallen. Neben den bereits erwähnten Balance-Problemen ist es uns einmal passiert, dass ein Scriptereignis nicht ausgelöst wurde. Dadurch kamen wir nicht mehr weiter. Wir mussten an dieser Stelle den vorhergehenden Abschnitt erneut spielen. Beim zweiten mal wurde das Script korrekt gestartet und wir konnten weitermachen. Und zum Ende ist uns das Spiel einmal abgestürzt, als wir mehr als zwei Granaten auf den finalen Endgegner warfen. Benutzten wir jedoch eine der Schusswaffen, verlief alles reibungslos. Darüber hinaus saßen wir einmal in einem Raum fest, da ein KI-Kamerad den einzigen Ausgang blockierte und keinerlei Anstalten machte aus dem Weg zu gehen. Es blieb uns nichts Anderes übrig als einen älteren Spielstand zu laden. Ansonsten war unsere Testversion erstaunlich fehlerfrei.

Fazit

El Matador im Test ist mal wieder ein geradliniger Shooter. Der Held strotzt vor Waffen. Die Gegner sind stark und facettenreich. Damit fällt das Spiel bei mir auf fruchtbaren Boden. Zumal die Umgebung zu gefallen weiß. Durch solch liebevoll gestalteten Level schlägt man sich gerne. Einzig das deutlich zu Tage tretende Balanceproblem und die sehr kurze Spielzeit stoßen mir ein wenig sauer auf. Das Ende fällt gegenüber dem Rest der Geschichte außerdem etwas ab, da es sich über die Beweggründe unseres nicht ganz so heldenhaften Helden ausschweigt. Dennoch gehört El Matador für mich zu den Highlights dieses Spätherbstes und hat sich eine klare Empfehlung verdient.

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