Autor:  Hinzugefügt am 30.01.2012, zuletzt aktualisiert am 06.11.2021
Wertung: 3.8

Eastville Chronicles: Fluch des Opernhauses – Test: Ein Wimmelbild-Mord wie jeder andere


Die meisten Menschen besuchen die Oper, um sich an den dort dargestellten Künsten zu erfreuen und einen angenehmen Abend zu verleben. Leider gehört ihr nicht in diese Gruppe: In Eastville Chronicles: Fluch des Opernhauses schickt euch Publisher rondomedia an der Seite von Ermittlerin Alex Hunt auf die Jagd nach einem Mörder. Wir haben uns das Wimmelbildspiel für euch angesehen und das Wichtigste im Review festgehalten!


Das Kleinstädtchen Eastville wird durch den Mord an der beliebten und bekannten Opernsängerin Dolores Molinero in helle Aufregung versetzt. Dass ein solcher Mord nicht ungeklärt bleiben darf, ist dabei vollkommen klar und so begleitet ihr Alex Hunt auf ihrer Fahndung nach dem Übeltäter. Die Gruppe von Verdächtigen ist dabei schnell auf die Mitarbeiter der Oper eingegrenzt und jeder von ihnen scheint irgendein Geheimnis zu haben, das in Zusammenhang mit dem Mord zu stehen scheint. Während ihr im ersten der insgesamt vier Kapitel noch relativ wenig aus den Befragten herausbekommt, enthüllt ihr in den folgenden Abschnitten immer mehr Details einer verzwickten Geschichte und den verworrenen Beziehungen zwischen den beteiligten Personen.

Ein guter Ansatz, aber…

In Sachen Story wird uns also eine durchaus solide Kriminalgeschichte geboten, die jedoch nichts wert ist, wenn sie nicht in ein ansprechendes Gameplay verpackt ist und dementsprechend interessant erzählt wird. Leider muss ich alle Freunde guter Wimmelbildspiele bereits an dieser Stelle enttäuschen: Der gute Plot-Ansatz ertrinkt leider in einem nicht mehr ganz zeitgemäßen Gameplay.

Wie in den meisten Wimmelbildspielen geht es bei Eastville Chronicles: Fluch des Opernhauses in erster Linie darum, die auf einer Liste aufgeführten Gegenstände innerhalb eines Suchbildes zu finden. Im Gegensatz zu vielen Vertretern des Genres sind diese in Fluch des Opernhauses jedoch nicht sonderlich schwer versteckt und können meist durch intuitives Klicken gefunden werden, ohne überhaupt auf die Liste zu schauen. Sollte es dennoch einmal einen Gegenstand geben, der nicht auf Anhieb gefunden werden kann, steht jederzeit eine Hilfe-Funktion zur Verfügung, bei der die gesuchten Items farbig markiert und hervorgehoben werden und so sehr leicht gefunden werden können.

Ein Hoch auf die Stumm-Taste!

Nervig beim Lösen des Wimmelbildes sind die schrillen Soundeffekte, die bei jeder gefundenen Sache ertönen und euch nach kurzer Zeit die Motivation verlieren lassen.

Neben den allseits bekannten Wimmelbildern könnt ihr euch zudem an zahlreichen Minispielen versuchen, die in ihren Schwierigkeitsgraden immer einem Extrem zuzuordnen sind: Meistens handelt es sich um relativ simple Puzzle- und Knobelaufgaben, die zum Teil durch Glück und zum Teil durch Verstand zu lösen sind, während andere Aufgaben unlösbar erscheinen. Praktisch ist jedoch, dass jedes Minispiel ohne größere Auswirkungen übersprungen werden kann und ihr so schnell in der Story fortschreiten könnt.

Kein Spiel für Entdecker

Wirklich eigenständige Erkundungen dürft ihr in diesem Game leider nicht anstellen und somit muss euer Entdeckertrieb unbefriedigt bleiben: Im Prinzip wechseln sich Minispiele und Wimmelbilder mit kurzen Dialogsequenzen ab, die zwar spannend gestaltet sind, aber von einem Übermaß an Wimmelbildszenen verschüttet werden. Zum Teil löst ihr ein Bild nach dem anderen, was zwar interessant für Hardcore-Wimmler sein dürfte, den Durchschnittsspieler aber nach kurzer Zeit nervt. Zudem sind die einzelnen Kapitel sehr schnell beendet, wodurch ihr mit dem Spiel leider nicht mehr als einen Nachmittag beschäftigt sein dürftet.

Fazit

Eastville Chronicles: Fluch des Opernhauses bietet einige sehr interessante Ansätze, vor allem in Punkto Story, die leider im Keim erstickt werden und nicht in dem Maße umgesetzt werden, wie man es sich gewünscht hätte. Die Entwickler spendieren dem Spieler einige interessante Charaktere mit verzwickten Geheimnissen, die leider innerhalb des Gameplays untergehen und für sich genommen nicht genug Motivation bieten, sich wirklich intensiv mit dem Spiel zu beschäftigen. Wer bereits alle Alternativen ausgeschöpft hat und nach einer Abwechslung für einen freien Nachmittag sucht, kann allerdings guten Gewissens zugreifen. Alle anderen überlegen sich den Kauf lieber zwei Mal.

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