Autor:  Hinzugefügt am 05.03.2007, zuletzt aktualisiert am 17.09.2018
Wertung: 4.0

Boxsport Manager im Test: Voll auf die Zwölf

Boxsport Manager, Bild: dtp entertainment
Boxsport Manager, Bild: dtp entertainment

Boxsport Manager im Test. Platte Sprüche nimmt man im Boxsport immer wieder gerne. Gerade wenn es um misslungene Comebackversuche geht, wie zuletzt bei Axel Schulz. Mit dem Boxsport Manager aus dem Hause dtp können Sie nun beweisen, dass es Ihnen besser gelingt, einen schlagkräftigen Profi zu managen.


Selbst ist der Mann

Geben Sie Ihrem neuen Boxstall einen Namen, entscheiden sich mit der Höhe des Startkapitals quasi für einen Schwierigkeitsgrad, und wählen Sie noch einen Heimatort aus. Angeblich wirkt sich der Veranstaltungsort auf die Leistungen Ihrer Boxer aus. Im Spiel selbst merken Sie davon aber wenig. Ihre Kämpfer verlieren oder siegen zuhause genauso oft, wie an anderen Orten.

Im zweiten Schritt erstellen Sie sich Ihren ersten Nachwuchsboxer. Dazu wählen Sie Größe und Körperbau Ihres Boxers und verteilen Punkte auf verschiedene Attribute wie Beweglichkeit, Geschwindigkeit, Robustheit oder Stärke und beeinflussen so die Gewichtsklasse, in der Ihr Schützling später antritt. Zusätzlich können Sie noch das Aussehen bestimmen. Es wirkt sich nicht auf die Leistungen Ihres Profis aus. Außerdem sehen sämtliche Boxer trotz der vermeintlich vielfältigen Einstellmöglichkeiten ähnlich aus.

Nicht ohne Training

Danach steht das erste Training an. Dazu erstellen Sie einen Trainingsplan, den Sie entweder selbst gestalten, oder den Sie je nach Ausrichtung des Boxers aus verschiedenen vorgefertigten Plänen wählen. Außerdem legen Sie damit die grundlegende Kampfstrategie fest, die die Stärken Ihres Athleten berücksichtigen sollte.

Dann geht es an den ersten Boxkampf. Dazu entscheiden Sie sich entweder dafür, Ihren Boxer bei einer fremden Veranstaltung antreten zu lassen oder Sie organisieren gleich ein eigenes Event. Fremde Events verursachen weniger Kosten, schmälern allerdings auch die Einnahmen. Die zweite Möglichkeit bietet dagegen höhere Gewinne, reißt aber auch ein größeres Loch in die Portokasse.

Der eigene Event

Um ein eigenes Boxevent auf die Beine zu stellen, wählen Sie zuerst den Veranstaltungsort. Dabei ist die Auswahl riesig und reicht von kleinen Hallen im hintersten Winkel Polens, bis zu mehrere zehntausende Zuschauer fassende Stadien in den USA. Nun suchen Sie noch einen passenden Gegner, der natürlich Ihrem zuvor festgelegten Kampfplan entgegenkommt. Es bringt wenig, wenn Sie zum Beispiel Ihren Kämpfer mit der Strategie „Klein gegen Groß“ in den Ring schicken und Ihr Gegner erheblich kleiner ist als Ihr Schützling. Deshalb empfiehlt es sich, die Veranstaltungen weit im Voraus zu planen und das Training entsprechend auf den nächsten Kampf auszurichten.

Das alles erledigen Sie zum Anfang des Spiels am besten im Alleingang. Zwar können Sie Personal für die verschiedenen Bereiche wie Training oder Eventmanagement einstellen, die sich entsprechend auswirken und zum Beispiel schnellere Trainingsfortschritte erzielen. Allerdings schwindet dadurch das eh schon geringe Startkapital rapide und Sie beenden Ihre Managerkarriere schneller als ein gewisser Herr Schulz seinen letzten Comebackversuch.

Atmosphäremangel

Sämtliche Einstellungen nehmen Sie in übersichtlichen und sterilen Menüs vor. Tooltipps erklären dabei die einzelnen Funktionen und deren Einfluss. Leider fehlen die Möglichkeiten der Kreditaufnahme, um gerade die ersten mageren Jahre zu überstehen. Genauso wenig können Sie Ihren eigenen Boxstall mit neuen Trainingsgeräten ausrüsten, die zum Beispiel die Trainingsfortschritte oder die Regenration Ihres Boxers verbessern.

Ein klares Manko sind die Kämpfe selber: Vor hässlichen, kaum erkennbaren Zuschauern treten die beiden Kämpfer an. Weder Ringrichter noch Trainer oder Ringarzt sind zu sehen. Die Figuren bewegen sich ziemlich ungelenk und steif. Ihr vorher aufgestellter Kampfplan ist dabei nicht zu erkennen. Lediglich die Fäuste bewegen sich mal in Richtung Kopf, mal in Richtung Körper. Und bei einem harten Treffer schlägt einer der beiden auf den Ringboden. Ein realistischer und vor allem spannender Boxkampf sieht anders aus. Verzichten Sie also lieber auf die Kampfdarstellung und sehen sich gleich das Ergebnis an. Das ist genauso spannend. Einen alternativen Textmodus gibt es leider nicht.

Somit verkommt das Spiel auf Dauer zu einer simplen Abfolge von Mausklicks. Sie wiederholen immer wieder die gleichen Vorgänge. Gerade in den Zeiten zwischen den Boxveranstaltungen, in denen sich Ihr Schützling erholt, klicken Sie einfach die Monate weg. Erst wenn Sie mehrere Boxer unter Vertrag haben und Erfolge nicht mehr der Seltenheit angehören, macht das Spiel einigen Spaß.

Dennoch werden Sie des Öfteren komplett von vorne beginnen, da die anfängliche Lernkurve um einiges steiler ist als der Aufstieg zum Meister aller Klassen.

Fazit

Um ehrlich zu sein, habe ich mir sowieso nicht allzu viel von dem Boxsport Manager versprochen. Von daher konnte mich das Spiel nicht enttäuschen. Gerade an der so wichtigen Atmosphäre fehlt es dem Spiel, was eigentlich schon ein schnelles KO bedeuten würde. Dennoch sollten zumindest Fans des Sports dem Spiel eine Chance geben. Verzichten Sie einfach auf die lausige Kampfdarstellung und beißen Sie sich durch die ersten Niederlagen und lernen daraus, dann entfaltet das Spiel zumindest etwas Spielspaß. Zumal es an alternativen Spielen mangelt.

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