Autor:  Hinzugefügt am 23.01.2011, zuletzt aktualisiert am 08.07.2021
Wertung: 7.8

Zeit² – Xbox Live Arcade Side-Scrolling-Shooter im Test


Retro ist wieder im Kommen. Dass es nicht immer nur Remakes bekannter Spieleklassiker sein müssen, beweist Ubisoft mit einem Side-Scrolling-Shooter aus deutschen Landen: Zeit². Ob das uneheliche Kind von R-Type und Geometry Wars den Charme eines SNES auf die Xbox 360 zaubern kann, haben wir in unserem Review analysiert.


Zeit² ist auf den ersten Blick ein klassischer Shooter, wie es ihn in den 90ern zuhauf gab. Ihr steuert ein „Raumschiff“ durch die Unendlichkeit des Himmels und müsst Gegner und hin und wieder einen Boss abknallen.

Das Ganze klingt jetzt nicht ganz so spannend, denn wirklich neu ist die Idee nicht – aber das ist der Punkt, an dem der Name des Titels ins Spiel kommt. Bei Zeit² könnt ihr nämlich die Zeit zurückdrehen und somit in gewisser Weise an zwei Stellen gleichzeitig sein.

Wer hat an der Uhr gedreht?

Doch warum ist diese Zeitzurückstellung notwendig? Um den Spieler zu animieren, mit sich selbst im Koop-Modus zu spielen, gibt es wie gewohnt die Lebensenergie eures Raumschiffs. Diese nimmt natürlich bei Feindberührungen ab, doch auch, wenn ihr einen Gegner passieren lasst. Da Gegner gern mal am oberen und unteren Bildrand gleichzeitig auftreten, bleibt euch gar nichts anderes übrig, als in der Zeit zu reisen. Das macht ihr ganz bequem über den linken und rechten Trigger. Mit 4,2 Sekunden ist es allerdings ein schönes Streitthema, ob die zurückspulbare Zeit zu kurz ist, oder ob alles andere dem Balancing schlecht getan hätte. Wir tendieren aber zu Ersterem.

Für das Timeshift-Feature hat der Titel jedoch an anderer Stelle Federn lassen müssen: Es gibt keinen echten Multiplayer-Modus – weder im lokalen Koop, noch über Internet. Einzig die Synchronisierung der Highscores über Xbox Live trägt ein Stück weit zum Wettkampfgedanken bei.

Zwei Arten Erfolge

Wohl von der Vorgabe, nur 200G bei Arcade-Titeln vergeben zu dürfen, gebremst, ist das Spiel zusätzlich mit einem eigenen Achievement-System ausgestattet, das deutlich mehr Aktionen belohnt. Diese sind dafür nicht mit Freunden vergleichbar.

Um auf entsprechend viele Erfolge zu kommen, muss natürlich gewährleistet sein, dass Zeit² lang genug fesselt. Dies versuchen die Entwickler mittels 7 verschiedener Game-Modi zu erreichen, die sich im Wesentlichen ähneln, aber im Subtext unterscheiden. Der Arcade-Modus ist beispielsweise der klassische Side-Scroller-Modus, bei dem ihr durch Level fliegt, Gegner abknallt und euch mit Endbossen herumschlagen dürft. Im Wellen-Modus müsst ihr so viele Punkte wie möglich machen und verhindern, dass Gegner entkommen (andernfalls ist das Spiel vorbei). So richtig vom Zeitreisen Gebrauch macht aber der Zeitlimit-Modus. Ihr habt eine vorgegebene Zeitspanne, in der ihr euch austoben und Punkte sammeln dürft. Reist ihr in der Zeit zurück, wird der Countdown angehalten, doch reist ihr vorwärts, läuft der Countdown in Echtzeit weiter – das verschafft euch einen kleinen Vorteil auf dem Weg zum Highscore.

Außerdem gibt es einen Überleben-Modus, bei dem in 3 Schwierigkeitsstufen der Sudden-Death das Ende einläutet; bei der Rekordjagd könnt ihr Arcade-Level neu spielen, um den Highscore zu verbessern und bei der Herausforderung geht es darum, ein vom Spiel vorgegebenes Ziel zu erreichen.

Einzig der Taktik-Modus hebt sich etwas aus den Spielmodi heraus, denn hier ist nicht nur stumpfes Abballern gefragt. Gegner, die ihr vorbeilasst, kommen wieder und zwar in anderer Form, die möglicherweise mehr Punkte bringt. Deshalb ist es zum Erreichen des Klassenziels durchaus mitunter sinnvoll, mit dem Schießen zu warten.

Mit Retro-Gedanken

Was die Präsentation angeht, haben die Entwickler zumindest akustisch den Retro-Gedanken im Kopf gehabt. Einen besonders aufwendigen Klang gibt es nicht zu hören, aber so wirklich ist dies auch nicht notwendig. Die Hintergrundmusik passt gut ins futuristische Setting.

Ganz inspirationslos wurde die Grafik nicht programmiert. Hier treffen sich Elemente aus anderen Shootern mit der liebevollen Unübersichtlichkeit (vor allem bei einer Zeitreise) und dem charmanten Grafikstil von Geometry Wars. Aber das finden wir ok – diese frischen Impulse stehen dem etwas staubigen Genre sehr gut.

Fazit

Ihr bekommt für 800 MSP mit Zeit² einen Side-Scrolling-Shooter, der beweist, dass das Genre noch lange nicht tot ist. Die Idee mit dem Zeitreisen gefällt gut, wenngleich die Zeitintervalle gerne länger hätten sein dürfen, gepaart mit der funktionalen Optik ist der Shooter nicht nur für alte Hasen eine Empfehlung.

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