Autor:  Matze Fenn Hinzugefügt am 28.03.2012, zuletzt aktualisiert am 27.11.2021
Wertung: 7.2

Test: Tiger Woods PGA Tour 13


Die Reihe wird fortgesetzt: Auch dieses Jahr gibt es wieder ein neues Tiger Woods Golf-Spiel, worauf sich Hobbygolfer sicher schon freuen. Wir verraten Euch im Test, wie das neue Tiger Woods PGA Tour 13 abgeschnitten hat.


Mit neuen Steuerungsmöglichkeiten wie dem True Swing, der deutlich verbessert wurde, aber auch mit neuen Modi möchte das Spiel dieses Jahr wieder einmal überzeugen. So kann man unter anderem die komplette Karriere von Tiger Woods nachspielen, was sich als sehr spannend herausstellen kann. Das Spiel erscheint aber nur auf der PS3 und der Xbox 360, die alljährliche Wii-Variante wird dieses Mal weggelassen, obwohl sie bisher immer mehr überzeugen konnte als auf den großen Konsolen.

Spieleinstellungen

Vom Amateur bis zum Profi-Golfer wird sicher jeder Spaß an diesem Spiel haben, der sich auch nur annähernd für die Faszination Golfen interessiert. Dabei gibt es voreingestellte Schwierigkeitsgrade, die vom Amateur bis zum Experten reichen. Weiterhin kann man diese noch manuell verändern. Etwa die Schwierigkeit und Dosierung beim Schwung, den Spin, den der Ball bekommt, oder eine Vorschau beim Putten lassen sich ein- und ausstellen.

Zudem gibt es noch einen Caddie-Mode, bei welchem ihr Hilfe durch einen Caddie bekommt. Stellt man diese Hilfe auf automatisch, hilft Euch der Caddie mit Tipps, aber auch beim Schlag. Auf manuell gibt er Euch nur Tipps, die ihr vorwiegend zu Beginn beherzigen solltet. Stellt ihr die Hilfe aus, gibt es dann keinen Caddie mehr.

Bei einem normalen Controller kann man sich zudem entscheiden, ob man mit dem linken oder rechten Stick schwingen möchte. Je weniger Hilfen man aktiviert hat, desto höher ist der Modifikator für mehr Punkte.

Tipps & Tricks

Im Spiel selbst gibt es unter anderem eine Art manuelles Handbuch. So findet man insbesondere unter EA Sports Extras wichtige und auch weniger wichtige Informationen zum Spiel und zum Golfen, wobei Euch hier genauestens erklärt wird, wie die Steuerung funktioniert. Neben diesem gibt es aber auch noch andere Einzelheiten zum Spiel, als Beispiel wie man Münzen verdient. Diese verdient man durch Beenden von Runden oder auch wenn man sich jeden Tag einloggt (Loyalitäts-Bonus). Diese Tipps sollte sich jeder Anfänger auf jeden Fall zu Herzen nehmen.

Geht man auf die andere Seite des Menüs findet man Anzeigen, sogenannte Notifications. Hier findet man Informationen zu aktuellen Turnieren, Spezialangeboten im Store, aber auch Tipps und Tricks zu den neu eingeführten Techniken und Spielmodi. Wer also zum ersten Mal spielt, sollte sich dies alles zu Herzen nehmen, um es später leichter zu haben. Des Weiteren sollte man hier aber auch immer wieder hereinschauen, ob es was Neues gibt.

Golfer & Golfplätze

Insgesamt gibt es 22 echte Golfer, die sich durch unterschiedliche Stärken auch ziemlich unterschiedlich spielen lassen. Der eine hat mehr Kraft, der andere mehr Spin, dafür kann der andere wiederum besser putten. Wie auch in echt muss man lernen mit den verschiedenen Stärken umzugehen und daher versuchen sich frühestmöglich auf einen Golfer zu spezialisieren, genauer gesagt mit seinem eigenen Golfer eine Karriere einzuschlagen.

Für diese Karriere („Road tot he PGA-Tour“) muss man erst mal einen eignen Golfer erstellen. Dafür gibt man zunächst seinen Namen, Vornamen, seine starke Hand und den gewünschten Schwierigkeitsgrad ein. Danach kann man seinen Charakter individuell anpassen oder ein Game-Face von sich selbst erstellen. Dies geht mit der Eye Kamera, die ihr zum Move-Spielen ohnehin benötigt. Hier macht man zwei Fotos von seinem Gesicht, einmal von vorne, einmal von der Seite. Dabei sollte Euch aber jemand zur Hand gehen, ansonsten werden die Bilder eher nichts und das Gesicht am Ende auch nicht wirklich schön.

Das Hochladen und erstellen des Gesichtes dauert dann noch mal 10–20 Minuten. Es werden dabei natürlich nicht alle Gesichtspunkte, sondern nur ein paar ausgewählte übernommen, zumindest bei mir sah mir das Gesicht nicht sonderlich ähnlich. Wenn man sich aber etwas mehr Mühe gibt, kann man es bestimmt schön gestalten. Durch sehr viele Einstellungsmöglichkeiten kann man sich aber auch ohne Game Face sehr detailliert gestalten. Man kann nahezu alles genau einstellen, was wirklich sehr positiv anzumerken ist. Zu dem Karriere-Spielmodus später mehr.

Zudem gibt es insgesamt 36 Golf-Kurse, wovon auch viele originalgetreu sind. Ungefähr die Hälfte davon muss man aber erst einmal freischalten, was ein wenig Zeit mit sich bringt. Zu jedem Kurs gibt es dann noch ein paar Informationen, wie das Par, die Größe oder das Jahr, indem sie entstand. Zudem kann man seine persönlichen Rekorde und schlechtesten Leistungen auf den jeweiligen Kursen betrachten.

Spielmodi

Wie in jedem Spiel gibt es einen Schnellspielmodus, den man immer mal wieder gerne nutzt. Nur ist dieser im Gegensatz zu anderen Spielen sehr umfangreich. Wer denkt, Golf besteht nur daraus, den Ball in so wenigen Schlägen wie möglich ins Loch zu bringen, der irrt. Denn hier gibt es insgesamt zehn verschiedene Spielarten, aus denen man wählen kann.

Man kann also die klassische Variante spielen, wo der mit der niedrigsten Endpunktzahl gewinnt. Oder man spielt zu zweit gegeneinander um die einzelnen Löcher. Gewinner ist, wer mehr Löcher gewinnt. Oder es gibt den Modus „Bingo, Bango, Bongo“, wo man Punkte dafür bekommt, den Ball als Erster aufs Green und in die Nähe des Loches zu bringen, genauer gesagt am wenigsten Schläge benötigt.

Dann gibt es aber auch komplette Team-Spiele, wo man zu viert abwechselnd den gleichen Ball schlägt, bis dieser versenkt wird. Ich könnte jetzt ewig weitermachen, aber mit zehn verschiedenen Ausführungen vom Einzelspieler, über Battles mit zwei Spielern bis zum Teamwork mit vier Spielern, die sehr ausgefallen sind, ist eine große Vielfalt an Spielen geboten, die auch nicht so schnell langweilig werden.

Nun aber zu den beiden wichtigsten Modi. Zuerst die Tiger Legacy Challenge, die Herausforderungen und Meisterschaften in Tiger Woods’ Leben widerspiegelt. Dieser Modus ist wirklich unglaublich detailliert und umfangreich gestaltet. Man kann Tiger Woods’ Karriere vom ersten Moment an nachspielen. So beginnt seine Karriere, als er mit nur zwei Jahren 1978 in der Mike Douglas Show auftritt, erzählt vom Lernen mit seinem Dad, über die Junior World Golf Championship, die er 1984 im Alter von acht Jahren gewann. Seine mehrfachen Gewinne bei dieser Tour bringen ihn dann 1991 den Titel „Junior Am Player of the Year“.

Die Geschichte bringt Euch über alle Höhepunkte und Triumphe bis hin zur Gegenwart und gibt sogar einen möglichen Blick in die Zukunft bis hin zu seinem Rekord 2019. Genauere Details möchten wir Euch an dieser Stelle aber nicht geben, da jeder sich selbst ein Bild von dieser außergewöhnlichen Karriere machen sollte. Nun zur eigentlichen Karriere, die mit Eurem Können ebenfalls außergewöhnlich werden kann. Vom Newcomer zum Superstar, vom Tellerwäscher zum Millionär: Das ist die Devise.

Angefangen bei Amateur Events arbeitet Ihr Euch immer weiter hoch, sammelt dabei Erfahrungspunkte, um aufzusteigen und Euch damit besseres Equipment zu holen und Eure Attribute zu verbessern. Außerdem kann man seinen Look stetig ändern, zumal ihr auch einen ständigen Überblick über Eure Erfolge habt. Ihr müsst versuchen, so erfolgreich wie möglich zu sein und die Events, an denen ihr teilnehmt, auch zu gewinnen. So lockt ihr Sponsoren an, deren Ziele und Wünsche ihr natürlich ebenfalls erfüllen müsst. Das Ziel ist selbstverständlich die Profi-Liga, in die ihr irgendwann aufsteigen könnt, wenn ihr gut genug sein. Seid ihr bereit Euch mit den Besten der Welt zu messen?

Neben den ganzen Spielmodi gibt es aber auch noch Skill-Herausforderungen. Hier wird dann z. B. aufgefasst, wie viele Birdies und Eagles man bisher gemacht hat, wofür man ab einer bestimmten Anzahl Belohnungen bekommt. Unterstützt wird auch das EA Sports Cross Play, welches Euch erlaubt, auch mit anderen Spielen, z. B. Vorgängern, Belohnungen zu verdienen. Was unterstützt wird, steht aber immer dabei.

Store & Multiplayer

Um in den Store hereinzukommen braucht ihr einen Origin Account, was sich im ersten Moment nicht unbedingt prickelnd anhört, allerdings auch nicht weiter schlimm ist. Ihr könnt ihn innerhalb von einer Minute direkt im Spiel erstellen und dann weiter spielen. In diesem Store gibt es dann Packs, die ihr Euch mithilfe von erspielten Münzen kaufen könnt. Hier gibt es viele verschiedene Varianten von Packs vom kleinen bis zum großen Geldbeutel, die jeweils unterschiedliche Sachen beinhalten. In allen Packs sind aber sogenannte „Pins“, die sich in verschiedene Kategorien aufteilen lassen: Boost Pins, Ausrüstungs Pins, Golfer Pins, Sammler Pins und Refill Pins. Mit diesen könnt Ihr Eure Golfer, genauer gesagt deren Ausrüstung vor bestimmten Events verbessern, um einen Vorteil zu haben und könnt sie danach mit den Refill Pins wieder auffüllen.

Vor allem Online kann man hiermit einen großen Vorteil haben, weswegen es schade ist, dass man sich die Münzen auch für echtes Geld kaufen kann und sich manche damit den Ruhm nur erkaufen. Doch dieses Prinzip ist man bei Spielen von EA schon gewohnt und daher auch nicht der größte Aufreger. Course Pins hingegen kann man sammeln und durch zum Beispiel Skill Herausforderungen bekommen, um Kurse freizuschalten. Wie die meisten Firmen setzt auch EA auf einen Online-Pass, der dem Spiel direkt beiliegt. Kauft man das Spiel aber gebraucht, muss man sich den Pass in den meisten Fällen für 7,99 € im Store nachkaufen. Da wir keinen Online-Pass zum Testen bekommen haben, können wir auch nichts über den Online-Modus sagen. Einzig, dass es neben normalen Online-Partien auch den Modus „Country Club“ gibt, in welchem ihr einen Club beitreten könnt und für diesen oder gegen Gegner aus diesem Spiele bestreiten könnt. Das Spiel reizt aber eigentlich durch die Möglichkeit gegen andere Golfer zu spielen, weswegen man sich den Online-Modus, welcher einen relativ großen Teil des Spiels ausmacht, auf jeden Fall anschauen sollte.

Grafik, Sound & Setting

Die Grafik ist auf jeden Fall wunderbar, die Spieler sehr detailreich gestaltet. Es ist nicht die absolut beste Grafik, allerdings tut sie auf jeden Fall ihren Job und fällt dabei nicht negativ auf, was schon sehr positiv anzumerken ist. Die Umgebung und das komplette Setting sind dabei wunderschön und vor allem liebevoll dargestellt, sodass man sich in einer angenehmen Atmosphäre befindet. Ebenfalls der Soundtrack, der aus 23 Liedern besteht, passt hervorragend zum Menü und zum Thema Golfen generell. Wenn man auf dem Platz steht, hat man schon das Feeling wirklich dort zu stehen und den Schläger zu schwingen. Dazu kommen die Emotionen nach einem guten oder schlechten Schlag vom Golfer selbst, die perfekt inszeniert worden sind.

Ebenfalls das Publikum macht einen klasse Job. Denn es fiebert bei jedem Schlag mit und spendet nach guten Schlägen Applaus, nach ausgezeichneten sogar donnernden Applaus. Nach schlechten Schlägen herrscht dann Stille oder vernimmt man leichte Mitleidsgeräusche.

Neben den ganzen positiven Aspekten gibt es aber einen, gewohnten, sehr negativen Kritikpunkt: Das Spiel gibt es nur in englischer Sprach- und Schriftausgabe. Leute, die kein Englisch können, und vor allem Kinder sind hier natürlich schlecht aufgehoben. Für diese ist Tiger Woods PGA Tour 13 daher auch nicht empfehlenswert. Zudem gibt es beim Golfen ja viele Fremdwörter, genauer gesagt Fachwörter, die man als Laie nicht unbedingt direkt versteht. Zumindest der Text hätte ins Deutsche übersetzt werden können, so hinterlässt es aber leider einen negativen Eindruck. Generell sind aber die Menüs sehr schlicht gestaltet, daher immerhin übersichtlich und man findet sich gut zurecht.

Gameplay

Move-Controller oder Wireless-Controller? Das ist hier die entscheidende Frage. Spielbar ist das Spiel mit beiden Varianten. Die Implementierung des Move-Controllers hat aber immer noch nicht so gut wie bei der früheren Wii-Variante funktioniert, die es dieses Jahr leider nicht geben wird.

Mit dem Move-Controller muss man sich als Anfänger erst einmal zurechtfinden und daran gewöhnen. Hat man den Kniff dann aber raus, funktioniert es relativ gut. Das Gameplay wird aber vor allem durch viele taktische Kleinigkeiten, sei es der Wind oder der Untergrund, spannend, da man sich wirklich sehr konzentrieren muss und auf viele Dinge gleichzeitig achten muss.

Das neue „True Swing“ System funktioniert viel besser als bei den Vorgängern und lässt den Schwung beim Schlag noch besser wirken. Spielt man auf höheren Schwierigkeitsgraden, reicht schon die kleinste Unaufmerksamkeit beim Schlag und man verreißt den Ball komplett. Durch diese vielen unterschiedlichen Einstellungsmöglichkeiten wird es für Laien nicht zu schwer und für Profis nicht zu leicht, was ein ausgeglichenes Spielverhalten verspricht. Mit dem normalen Controller funktioniert das Ganze ein wenig leichter, vermindert aber auch den Spaß, denn wer wollte denn nicht schon mal einen Golfball 300 Yard (ca. 274 m) weit donnern? Das Gefühl, den Ball selbst geschlagen zu haben ist wirklich schön und befriedigend und verleiht dem Ganzen eine Extranote.

Fazit

Tiger Woods PGA Tour 13 ist für jeden Golf-Fan ein absoluter Pflichtkauf. Es ist mit Abstand das beste Golfspiel, was auf dem Markt erhältlich ist. Ob man seine eigene Karriere verfolgt, oder die von Tiger Woods, für Langzeitspaß ist auf jeden Fall gesorgt. Durch die verschiedensten Spielmodi wird es nicht langweilig, zumal es mit mehreren Leuten gegen bzw. miteinander noch mal mehr Spaß macht. Zudem hört man auch vom Multiplayer nur Gutes, auch wenn wir ihn leider nicht testen konnten.

Das Gameplay funktioniert ganz ordentlich, ob mit Wireless- oder mit Move-Controller. Trotzdem ist das Ganze ein wenig zu unpräzise und (noch) nicht mit der Wii-Version des Vorjahres vergleichbar, was sehr schade ist. Aber für sowas gibt es ja Nachfolger, damit es noch verbessert werden kann.

Einzig negativ anzumerken ist, dass es zu wenig Neuerungen gegenüber dem Vorgänger Tiger Woods PGA Tour 12 Masters gibt, weswegen man sich fragen muss, ob sich dieser Titel lohnt, wenn man schon den Vorgänger besitzt.

Die Grafik, die Emotionen, das Setting: Dies ist alles beinahe ausgereift. So sollte man beim Nachfolger auf die englische Sprache verzichten und zumindest den Text in andere Sprachen übersetzen, sich beim Gameplay an die Wii-Variante halten und dies ein wenig präzisieren und schon hat man ein nahezu perfektes Spiel. Als echter Golf-Fan kommt man nicht um das Spiel herum, aber auch Neulingen in diesem Genre wird ein guter Einstieg gewährt, weswegen diese unbedingt bei diesem Titel zuschlagen sollten.

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