Autor:  Otto Normal Hinzugefügt am 28.03.2012, zuletzt aktualisiert am 27.11.2021
Wertung: 6.0

Test: JASF


Über den Wolken muss die Freiheit wohl grenzenlos sein. So oder so ähnlich verhält es sich im Spiel „Jane’s Advanced Strike Fighters“ (JASF) leider nicht. Wieso nicht, das erfahrt Ihr in unserem Test.


Die Geschichte hinter JASF wirkt realistisch und lässt sich auch gut verfolgen, sowie mit dem Nah-Ost-Konflikt vergleichen. In einer Kampagne greift ihr als Hauptcharakter des Konflikts zwischen Azbaristan und Barzoi in das Kriegsgeschehen ein. Ebenfalls gibt es noch zwei Lager, die eher im Hintergrund fungieren, aber auch um die Vorherrschaft in einem geteilten Land kämpfen. Als Razor kämpft ihr für die Western Democratic Alliance, den Süden von Azbaristan.

Vor jedem Einsatz bekommt ihr eine kurze Besprechung respektive einen kurzen einleitenden Text, um was es sich in dieser Mission handelt und was ihr ungefähr machen müsst. Bedauerlicherweise gibt es die nur in Englisch mit deutschen Untertiteln. Zuvor jedoch dürft ihr noch euren Jet aussuchen, mit dem ihr die Mission fliegen wollt. Dabei habt ihr eine zu Anfang noch geringe, später dann eine größere Auswahl an Flugzeugen, die jeweils unterschiedliche Waffensysteme haben und auch noch andere Vorzüge, genauer gesagt Nachteile gegenüber anderen Kampfflugzeugen haben.

Starten werdet ihr die Missionen an eurem Militärflughafen eurer Hauptstadt. Unter den Aufträgen sind Dogfights, Ausschalten von wichtigen Verteidigungsanlagen, erobern wichtiger strategischer Ziele und unterschiedlicher Begleiteinsätze. Was als Erstes ins Auge sticht, ist die schier unendliche Größe der Karte, genauer gesagt des Gebiets, die detailreich und bunt gestaltet wurde und viel Interessantes bietet wie viele unterschiedliche Städte oder Statuen und andere Sehenswürdigkeiten. Leider wirkt das Ganze jedoch sehr leblos. Eure Kampfjets sind ebenfalls sehr freundlich gestaltet und ähneln sehr den realistischen Modellen.

All das klingt abwechslungsreich und actionreich, bietet euch aber tatsächlich wenig. Das liegt vielleicht aber auch daran, dass ihr eure Ziele aus großer Entfernung mit einem Tastendruck anvisieren könnt und diese dann durch einen weiteren Tastendruck einfach beschießen könnt. Aber dazu später bei der näheren Betrachtung der Steuerung mehr.

Was ebenfalls sofort negativ auffällt, dass man seine Jets nicht selbst mit Waffen oder anderen Zubehör ausstatten kann. Auch die Missionen müsst ihr stur nach Leitfaden spielen, da habt ihr keinerlei Freiheiten oder anderen Optionen. Während der Missionen klappert ihr stur eure Missionsziele ab, von einem zum nächsten und habt somit auch während der Mission wenig Entscheidungsfreiheit. Lediglich mit welcher Waffe und aus welcher Richtung ihr euer Ziel beschießt, könnt ihr wählen. Allerdings müsst ihr zu euren Zielen meist unter Radar fliegen, um nicht entdeckt zu werden.

Für uns war das zwar alles recht realistisch, dass sich Raketen aber unter eurem Flug automatisch nachladen und an den Tragflächen nach einer gewissen Reload-Zeit hochploppen, macht das dann auch relativ schnell wieder zunichte. Auch die Schadensresistenten Ziele machen den gewissen Grad an Realismus zunichte, da ihr Abwehranlagen, Gebäude oder andere Objekte öfter beschießen müsst, um diese zu zerstören. Raketen nehmen, trotz anvisiertem Ziel, teilweise ganz andere Routen und schlagen an einem anderen Ort ein. Leider fehlen spektakuläre Explosionen und viel Action, was man sich vielleicht bei einem solchen Titel wünschen würde.

Ich wollte schon immer einen Kampfjet fliegen

In JASF könnt ihr das, aber bedauerlicherweise mit wenig Realismus. Die Steuerung fällt zwar recht einfach aus und auch Neueinsteiger und Anfänger dürften schnell damit klarkommen, allerdings kommt ein richtiges Kampfjet-Gefühl nicht auf. Geschwindigkeitsunterschiede nimmt man ungünstigerweise kaum wahr. Auch die einzelnen Maschinen lassen sich kaum in der Steuerung unterscheiden. Das Fliegen und Manövrieren macht zwar Spaß, aber auch hier bietet ein solcher Titel wesentlich mehr Potenzial. Auch das Abfeuern von Waffen bietet leider wenig Action und wenig Abwechslung, wie oben schon kurz beschrieben. Ihr visiert aus großer Entfernung an, feuert ein paar Raketen ab und die das Ziel dürfte Geschichte sein. Ist zwar eine nette und große Hilfe, macht das Spiel aber auf Dauer wenig abwechslungsreich.

Was sehe und höre ich denn da?

Grafisch bewegt sich JASF im Mittelmaß, es ist sicher schwer 65000 km² detailreich zu gestalten und jedem einzelnen km² Leben einzuhauchen, aber wenigstens in den Städten hätte es ein wenig mehr sein dürfen. Ansonsten hat es uns Spaß gemacht, diese Fläche zu „überfliegen“ und unser Flugzeug durch Berg und Tal zu manövrieren und auch die Jets sind toll und detailreich rekonstruiert. Der Sound ist eben das was man erwartet, Feuergeräusche und Fluggeräusche wie Triebwerk geben dann doch etwas Flugfeeling. Auch Funkübertragungen sind ganz nett, leider wieder auf Englisch, aber durch diese kommen oft noch mal Informationen über die Mission oder die Funksprüche erzählen ein bisschen politisches und somit einfach die Story, was wir nett und gelungen finden.

Ich fliege nur im Team

Auch einen Multiplayer beinhaltet JASF. Hier können bis zu 16 Leute Dogfights, Team-Dogfights, Basen-Bekämpfungen oder auch Fangen spielen. Auch Koop könnt ihr mit Freunden Missionen fliegen, was viel Spaß bringt und wir auch sehr gelungen finden. Allerdings findet man nur aufwendig Mitspieler, da sich sehr wenige Piloten auf den Server trauen oder verirren.

Fazit

Wer eine reine Flugsimulation sucht, ist hier sicher nicht am richtigen Platz. In JASF steckt eher ein Action-Kampf-Flugsimulator. Grafisch und soundtechnisch bietet das Spiel jedoch nichts, was es nicht schon gegeben hätte. Wer auf Kampf+Flugsimulation steht, ist hier genau richtig und wird sicher auch Freude mit dem Titel haben. Auch die 65000 km² frei erkundbare Landschaft macht sehr viel Spaß. Leider ist etwas wenig an Action geboten und das Spiel wird schnell etwas eintönig, wobei man relativ wenig Freiheiten hat. In Sachen Story bietet JASF zwar was ganz Nettes, hätte aber dennoch Steigerungspotential.

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