Autor:  Matze Fenn 30.12.2012, letztes Update: 05.02.2022
Wertung: 3.0

Hotel Transsilvanien

Nintendo 3DS
Nintendo 3DS

Offizielle Spiele zu einem Kinofilm oder Ähnlichem werden (leider) zurecht nachgesagt, dass sie durch Zeitdruck auf die Entwickler schlecht umgesetzt werden und somit die Qualität und das Potential des Spiels nicht ausgeschöpft werden können. Diese traurige Realität bestätigt sich auch wieder, wenn man sich den Titel „Hotel Transsilvanien“ für den 3DS anschaut. „Wieso, weshalb, warum“, die Antwort auf die Fragen sind relativ einfach zu beantworten.

Vampirin rettet Mensch

Ihr seid Mavis, eine junge Vampirin, die ihren 118. Geburtstag in einem Schloss feiern will und deshalb ihren Freund „Johnnystein“ und viele weitere Monster und Gestalten eingeladen hat. Doch Johnny wird von dem Koch Quasimodo entführt und soll gekocht und als Hauptmahlzeit verspeist werden. Nun macht ihr euch, noch grün hinter den Ohren, auf, um euren Vater um Hilfe zu bitten.

Jump’n’Run à la Mario

Das Menü beim Start ist sehr schlicht gehalten: Nachdem man Start gedrückt hat, hat man die Möglichkeit, ein neues Spiel zu starten, einen bestehenden Spielstand zu kopieren oder zu löschen und die Extras anzuschauen. Mit einem Klick auf einen freien Speicherplatz geht es los.

Was sehr ärgerlich ist, ist die Tatsache, dass man unvermittelt ins Spiel „geworfen“ wird. Keine Vorgeschichte bzw. Prolog, keine kurze Einführung ins Spiel. Alles was erfahrt ist, dass ihr Johnny suchen sollt. Dabei helfen euch die Schrumpfköpfe, die die grundlegende Bedienung erklären: mit dem Schiebepad bewegt ihr Mavis und mit der B-Taste springt ihr. Klingelt’s? Hört sich stark nach Mario an und das Spiel ist in der Tat ein Jump’n’Run, jedoch erlernt ihr als junge Vampirin im Verlauf des Spiels mehrere Fähigkeiten, die euch auf der Suche nach dem Abendessen helfen, doch dazu später mehr. Außer der Karte, die in verschiedene Areale wie Keller und Lobby eingeteilt ist und die auf dem unteren Touchscreen zu sehen ist, bekommt ihr keine Hilfen an die Hand gegeben. Ihr müsst also das Schloss auf eigene Faust erkunden und die Geheimnisse entdecken, die in ihm schlummern.

Die ersten Schritte

Die ersten paar Schritte sind getan und man verliert ein Herz, von denen ihr anfangs nur 3 habt. Wenn diese alle verbraucht sind, startet ihr vom letzten Speicherpunkt aus, der beim Betreten eines Areals automatisch erzeugt wird. Soweit so gut, doch nur 3 Herzen? Das ist ein bisschen zu wenig, wie krieg ich mehr? Diese Frage haben wir uns auch gestellt und sie wurde erst sehr spät beantwortet: In jedem Areal sind Kristalle, die ihr einsammeln könnt und bei 200 gesammelten Kristallen erhaltet ihr 1 Extra-Herz. Klingt nach viel Arbeit, ist auch viel Arbeit. Bis ihr die zusammengesammelt habt dauert es eine Weile. Sehr schade, dass dies nicht früher erwähnt worden ist, da man die Herzen braucht wo man kann, wobei wir bei der Steuerung angelangt wären: Die Steuerung ist größtenteils solide, was man von einem Jump’n’Run erwartet, jedoch ist sie in manchen Situationen zu sensibel, sodass man aus Versehen Mavis in den Abgrund bugsiert oder in einen Gegner laufen lässt, was nach einer gewissen Zeit zu kleinen Verzweiflungsflüchen geführt hat. Da wäre noch deutlich Luft nach oben gewesen. Weiterhin hat es uns zur Verzweiflung gebracht, dass man einfach nur von Vater Dracula Aufträge auferlegt bekommt und wenn man einen erledigt hat, ist schon der nächste Auftrag da, der zu erledigen ist, und ihr werdet kreuz und quer durch das Schloss und raus und wieder herein gejagt. Das so streng linear gehaltene Gameplay macht es dem Spieler nicht leicht, die Lust, das Spiel zu spielen, aufrechtzuerhalten, weil es zu selten zu Spannungsanstiegen kommt.
An den Stellen, bei denen es dann doch tatsächlich mal zu etwas Spannung kommt, erlernt ihr neue Fähigkeiten. Diese Stellen sind immer am Ende einer Mission: Die Wolfswelpen stellen Dummheiten an und ihr müsst sie bändigen. Als Dankeschön erlernt ihr dann eine neue Fähigkeit.

Mavis erlernt als erstes, die Trancestarre. Dabei blickt ihr den Gegner an, sodass dieser für einige Sekunden erstarrt.

Die zweite Fähigkeit ist, sich in einen Geistnebel zu vewandeln. Dieser Zustand kann die ganze Zeit beibehalten werden und eure Gegner schaden euch währenddessen nicht, sodass ihr, wenn ihr mal wenig Herzen habt, einfach bis zum nächsten Speicherpunkt schweben könnt. Außerdem könnt ihr mit Mavis durch gekennzeichnete Durchgänge kommen und so mehr Kristalle sammeln oder eure Herzen wieder auffüllen. Wenn ihr euch allerdings in der Luft verwandelt, merkt ihr, dass ihr nicht frei in der Luft schweben könnt, sondern dass ihr gen Boden schwebt und zwar sehr langsam, alles andere wäre ja auch unfair.

Es folgen noch weitere Fähigkeiten, wie zum Beispiel die Verwandlung in eine Fledermaus oder das Schießen von Blitzen.

Keine Kindergrafik

Die Eintönigkeit im Spiel ist ein Makel, den wir leider auch in der Grafik wiederfinden konnten. Da das 3DS Spiel auf dem Trickfilm basiert, und die Zielgruppe definitiv Kinder sind, kann die Grafik durch seine wenig abwechslungsreichen Farbspektren nicht punkten. Leider gibt es auch keine Animationen in den Dialogen, es werden nur 2D Sprites gezeigt, die jedoch schön gestaltet worden sind. Zu unserer Freude aber wurde der 3D Effekt schön in Szene gesetzt, indem sowohl im Hintergrund als auch im Vordergrund Grafiken zu sehen sind.

Beim Sound gibt es leider auch nicht viel Positives zu sagen. Schon nach den ersten Minuten im Spiel hat man das Verlangen, den Ton abzudrehen, weil das permanente Stöhnen der Monster zu oft wiederholt wird. Hätte man dies in einem längerem Abstand gemacht, wäre das nicht so störend aufgefallen. Was jedoch schön ist, ist die Hintergrundmusik, die größtenteils mit dem Klavier komponiert wurde.

Fazit

Hotel Transsilvanien war bei Kindern im Kino ein Erfolg, jedoch durch die Eintönigkeit im Gameplay, bei der Grafik und der Musik, wird es das Spiel wohl nicht gewesen sein. Mit seinen knappen 3 ½ Stunden Spielzeit, kann es leider auch keinen Blumentopf gewinnen. Dazu trägt auch die sehr schlechte Einführung in das Spiel bei. Obwohl die Zielgruppe natürlich die Kinder sind, die den Film schon gesehen haben, ist es für Spieler wie uns ziemlich schwer, sich in so eine Situation ohne Vorwissen reinzufinden. Das hätte man definitiv durch einen kleinen Prolog ändern können. Genauso unvermittelt wie das Spiel beginnt, genauso unvermittelt endet das Spiel. Es scheint so, als ob die Entwickler von Avanquest Software den Forscherinstinkt in den Spielern wecken wollten, doch durch eine zu sensible Steuerung und das zu eintönige Gameplay ist es schwer, denn nach in einer Zeit weicht die Motivation der Frustration. Lediglich die 3D-Grafik und die Hintergrundmusik (abgesehen vom Stöhnen) können ein bisschen punkten. Somit bestätigt sich leider wieder, dass die Lizenztitel, nicht immer das Gelbe vom Ei sind.

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