Autor:  26.01.2010, letztes Update: 10.10.2018
Wertung: 6.5

Auf Achse: German Truck Simulator im Test

German Truck Simulator, Bild: SCS Software
German Truck Simulator, Bild: SCS Software

German Truck Simulator im Test. Nach dem erfolgreichen European Truck Simulator der tschechischen Firma SCS Software aus dem Jahre 2008 kommt nun mit dem German Truck Simulator eine auf den heimischen Markt zugeschnittene Version in die Regale. Da Spiele wie der Landwirtschaftssimulator bei vielen Leuten hoch im Kurs (und damit auch in den Spielecharts) stehen, versuchen wir das Phänomen der Alltagssimulationen ein weiteres Mal zu beleuchten und touren mit unserem MAN-Truck für Euch durch Deutschland.

Wie der Titel bereits sagt, wurde im Vergleich zum Vorgänger die Spielwelt auf die Bundesrepublik Deutschland beschränkt und so haben es insgesamt 18 deutsche Großstädte wie Köln oder Frankfurt als Standorte in das Spiel geschafft. Die Auswahl einer heimischen Spedition wird jedoch beim Start auf drei zufällig ausgewählte Städte reduziert.

Hat man sich für eine Spedition entschieden so findet man sich nach einem kurzen Tutorial, welches die Steuerung sowie Karte und Notizbuch erklärt, im Führerhaus seines eigenen Trucks wieder.

Der erste Auftrag

Gerade erst für ein paar Sekunden im LKW sitzend, ist die nächste Aufgabe bereits das Ankuppeln eines Hängers. Ausgeführt wird sie in der Vogelperspektive und diese bietet sich für das nun anstehende Manöver auch an: Der Truck muss gewendet und dann rückwärts unter den Anhänger rangiert werden. Das eigentliche Ankuppeln ist danach nur ein Knopfdruck.

Es gibt insgesamt sieben verschiedene Kamerawinkel, manchmal mehr oder weniger hilfreich. Nach erneutem Wechsel in die Fahrerperspektive geht es dann mit der aufgenommenen Ladung Möbel sowie 4,5 Stunden Zeit im Gepäck auf direktem Weg von Dortmund nach Erfurt. Neben Möbeln haben es insgesamt 50 verschiedene Arten von Ladungen, angefangen von leicht entzündlichen Chemikalien über Reifen bis zu Bauwerkzeug in Form von Baggern, ins Spiel geschafft.

Die Führerhausperspektive weiß zu gefallen, bietet sie doch die Möglichkeit mit der Maus den Kopf des Fahrer zu bewegen. Man sitzt also nicht starr in der Kanzel, sondern kann durchaus nach links und rechts schauen und hat dabei die realistisch wirkenden Armaturen und Anzeigen sowie die Außenspiegel immer gut im Sichtfeld. Gut gemacht ist, dass beispielsweise beim Setzen des Blinkers auch der entsprechende Hebel am Armaturenbrett bewegt wird.

Nach Verlassen des Speditionsgeländes stellt man dann leider ernüchtert fest, dass Dortmund anscheinend nur aus vier Straßen besteht und dies zieht sich so leider auch durch das ganze Spiel. Ob Frankfurter Skyline oder Hamburger Hafen, die anfahrbaren Großstädte können als solche leider nicht überzeugen.

Nach dreiminütiger Fahrt über mit Ampeln gespickten Bundesstraßen geht es dann auf die Autobahn und es muss leider festgestellt werden, dass endlose Wälder, gelegentliche Tankstellen und Felder nicht wirklich durch Abwechslung motivieren können.

Wenn auch das Gefühl, auf der Autobahn zu sein, vorherrscht (die Fahrbahn ist zweispurig, andere LKW reihen sich wie Elefanten auf der rechten Seite aneinander, Tank- und Raststopps), so ist das Fahrgefühl den LKW zu kontrollieren doch eher durchwachsen, da die Steuerung eher schwammig daherkommt und erst im Verlauf des Spiels (mit Kauf eines eigenen Trucks) verbessert werden kann. Auch das Geschwindigkeitsgefühl weiß nicht recht zu überzeugen und Geschwindigkeiten jenseits der 80 km/h sind auch erst später durch Erwerb von Upgrades oder neuen Trucks zu erreichen. Trudelt der Truck endlich in Erfurt ein, muss der Anhänger ziemlich genau an die Laderampe manövriert werden und es kann sich über die anschließende Abrechnung gefreut werden. Diese weist neben eingenommenem Geld aber leider auch Ausgaben auf Grund von Verkehrsverstößen (rote Ampeln, Übertretung der Geschwindigkeit) oder Beschädigungen der Ware auf und man kann sich nach dieser ersten Fahrt gut ausmalen, wie lange es dauern wird, bis man es in diesem Spiel zu viel Geld kommt.

Meine eigene Spedition

Gibt man dem German Truck Simulator die Chance sich nicht nur als Trucksimulation, sondern auch als Speditionsmanager zu etablieren, weiß das Programm im späteren Verlauf durchaus mit einigen netten Features zu punkten. So erhält man beispielsweise neue Stellenangebote vie E-Mail, gründet seine eigene Spedition und stellt selbst wieder Fahrer ein. Leider ist dies ein langer Weg und setzt unzählige selbst ausgeführte Aufträge voraus, so dass nur Hartgesottene in den Genuss dieser Selbständigkeit kommen werden. Doch gemäß des Spruches „Einmal Trucker – immer Trucker“ sitzt Ihr leider auch als Speditionschef weiterhin im Führerhaus Eures eigenen LKWs und fahrt Ladungen quer durch Deutschland.

Fazit

German Truck Simulator spiegelt recht authentisch das Leben eines Kraftfahrers wieder. Die Fahrt des Trucks ist zwar eher unrealistisch, alles andere dafür umso authentischer. Egal ob Tanken, Werkstattbesuch oder selbst das Rasten, alles, was zum Trucker-Alltag gehört, steckt in dieser Simulation. Es gibt selten Computerspiele bei denen gerechtfertigter Weise von einer Simulation gesprochen werden kann, aber wenn Arbeit, Mühe und Zeitaufwand für dieses Spiel schon fast den Stellenwert eines Zweitjobs einnehmen, so kann man den Titel „Truck Simulator“ durchaus rechtfertigen und der geneigte Käufer erhält ein Produkt, welches zumindest hält was es verspricht.

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