Autor:  Martin Vaßen Hinzugefügt am 17.11.2011, zuletzt aktualisiert am 12.10.2021
Wertung: 5.0

Borgia – Im Test: Suchbild-Spiel zum ZDF-Mehrteiler


Vor kurzem erschien das Spiel Borgia von Deadalic Entertainment und dem Entwicklerstudio Beta. Es handelt sich um ein Wimmelbild-Abenteuer und gleichzeitig um das offizielle Computerspiel zur ZDF-TV-Produktion. Wir haben das Abenteuer um Machtgier und Intrigen für euch getestet. Unsere Ergebnisse erfahrt Ihr im folgenden Review.


Borgia spielt im 15. Jahrhundert, in der Zeit der Renaissance. Der Spieler schlüpft in die Rolle des Mönches Basilius Valentinus und begibt sich auf die Reise nach Florenz um die Krankheit seines alten Freundes Lorenzo de Medici zu behandeln. Doch Lorenzo stirbt. Anscheinend wurde er ermordet. Es ist nun die Aufgabe des Spielers den Fall aufzuklären, was durch die Fehden der verschiedenen Familiendynastien nicht grade vereinfacht wird. Genügend Stoff, für ein Abenteuer bietet die Vorlage.

Wimmelbild-Abenteuer mit kleinen Puzzles

Der Schwerpunkt von Borgia wird ganz eindeutig auf die Wimmelbilder gelegt. Regelmäßig hat man die Aufgabe aus einem Wirrwarr von allerlei Gegenständen einige bestimmte raus zu suchen. Teilweise findet man Dinge, die im Spielverlauf benötigt werden um andere Aufgaben zu lösen. Beispielsweise liest man über mehrere Szenen hinweg verschiedene Schlüssel auf. An der richtigen Stelle kann man diese dann einsetzen um eine Schmuckkiste aufzuschließen. Allerdings muss der Spieler vorher noch eine kleine Denkaufgabe bewältigen um herauszufinden welcher Schlüssel in welches Schloss gehört. Diese Kombination von Suchbildern und kleineren Rätseln zieht sich durch das ganze Spiel hindurch. Aufgelockert wird das Ganze durch Puzzle, die mitunter ziemlich knifflig werden können. Zu Beginn des Spiels packt der Protagonist zum Beispiel seine Reisetasche. Es ist nun Aufgabe des Spielers sein Gepäck so in der Tasche zu verstauen, dass alles reinpasst, was sich aufgrund des beschränkten Raumangebots zu einem Puzzle à la Tetris entwickelt.

Interaktive Dialoge?

Auf der Verpackung wirbt Borgia damit „[i]nteraktive Dialoge mit Original-Charakteren der TV-Serie“ anzubieten. Dieses Versprechen ist etwas zu vollmundig geraten. Die Interaktionsmöglichkeiten bestehen lediglich aus einigen wenigen Multiple-Choice-Antworten, mit denen man sich unterhält. Man entscheidet sich lediglich, in welcher Reihenfolge die Gesprächspunkte abgearbeitet werden. Es geht doch erst weiter, nachdem man alle Möglichkeiten durchgeklickt hat. Die Antworten der Charaktere blieben immer dieselben und der Spielverlauf ändert sich nicht.

Zu einfach

Der Schwierigkeitsgrad von Borgia bietet kaum Herausforderung. In den Wimmelbildern hat man verhältnismäßig schnell alle gesuchten Gegenstände gefunden. Im Vergleich zu anderen Spielen dieser Art scheinen die Suchbilder noch geradezu aufgeräumt. Die Rätsel und Puzzles sind anfangs ohne Probleme lösbar, erst später im Spiel steigt die Schwierigkeit merklich an. Zudem haben die Entwickler noch eine Tipp-Funktion eingebaut, falls man mal überhaupt nicht weiter weiß. Diese Funktion zeigt an, welches Objekt als nächstes benutzt werden muss, oder wo sich ein verstecktes Item befindet. Puzzles und Rätsel lassen sich sogar komplett umgehen, wenn man diese Hilfsfunktion nutzt. Nach jedem Einsatz muss man eine kurze Zeit darauf warten, dass sie wieder verfügbar ist. Dieser Zeitraum ist aber zu kurz gewählt, sodass der Spieler eigentlich nie länger als ein paar Sekunden mal wirklich nachdenken müsste um ein Problem zu lösen.

Lieblose Grafik

Grafisch ist Borgia ganz passabel. Die Spielhintergründe und die Wimmelbilder sind einigermaßen gut gestaltet, können aber bei weitem nicht mit denen vergleichbarer Spiele von anderen Entwicklern mithalten. Dazu fehlt es an Details. An vielen Stellen sehen die Zeichnungen zudem unscharf und verwaschen aus. Insgesamt hinterlässt die Spielgrafik einen lieblosen Eindruck. Ein weiteres Manko ist das Ausgabeformat. Die Darstellung erfolgt für 4:3-Monitore. Auf 16:9-Bildschirmen also mit schwarzen Rändern links und rechts. In den Optionen gibt es keine Möglichkeit das Bildformat oder die Auflösung zu verändern.

Der Sound von Borgia ist ganz in Ordnung, sticht weder besonders positiv noch negativ hervor. Stellenweise bekommt man Sprachausgabe zu hören und das sogar in Deutsch. Leider ist bei der Verwendung keine klare Linie erkennbar. An vielen Stellen, an denen man sich Sprachausgabe gewünscht hätte, bleibt man auf stummen Untertiteln sitzen.

Die Steuerung beschränkt sich, wie für die meisten Wimmelbildspiele üblich, auf die linke Maustaste. Alle nötigen Aktionen lassen sich damit ausführen. Leider aber nicht immer problemlos. Zwischendurch lassen sich Gegenstände nicht so bewegen wie gewünscht, oder es wird erst nach mehrmaligem Probieren klar, wie man etwas bewegen muss um einen Effekt zu erzielen.

Fazit

Borgia ist ein ganz passables Wimmelbildspiel mit einigen Macken. So ist etwa der Schwierigkeitsgrad zu gering, und technische Mängel wurden anscheinend nicht richtig ausgebügelt. Grafisch steht es hinter der Konkurrenz zurück. Positiv ist die Abwechslung, die Wimmelbilder und Rätseleinlagen bieten, sodass das Spiel nicht zu schnell eintönig wird. Fans der ZDF-Serie könnten Spaß an dem Spiel haben, ansonsten ist es aber leider nicht zu empfehlen.

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