Autor:  Hinzugefügt am 15.06.2011, zuletzt aktualisiert am 13.01.2018
Wertung: 4.0

Alpha Polaris: Eiskaltes Abenteuer für Windows aus Finnland

Alpha Polaris Screenshot
Alpha Polaris Screenshot

Alpha Polaris im Test. Entwickler Turmoil Games stammt aus dem Norden Finnlands. Dort arbeitete man an vielen kleineren Projekten. Doch das Point-and-Click-Abenteuer Alpha Polaris ist das erste Vollpreisspiel der Firma. Natürlich spielt das Adventure in den eisigen Weiten Grönlands. Wir haben uns in die digitale, von Schnee bedeckte Einöde begeben. Aber war uns vielleicht nur zum Frieren zumute?


Ihr seid Rune Knudsen und nur zu Gast

Alpha Polaris versucht die Geschichte von vier Menschen auf einer Ölforschungsstation zu erzählen. Einer davon ist unsere Spielfigur, Rune Knudsen. Wir sind im grönländischen Gletschereis aber nur zu Gast. Unsere Aufgabe ist nämlich die Erforschung der Eisbärenpopulation.

Entsprechend müssen wir zunächst einen Eisbären betäuben und untersuchen, der sich in der Nähe der Station aufhält. Doch Al, der Chef der Station, unterbricht uns bei der Arbeit. Er hat in einer Gletscherspalte ein paar alte Knochen und einen Lederfetzen mit kryptischen Symbolen entdeckt. Wir untersuchen die Artefakte, die uns auf eine Reise in die mythologische Welt der Inuit entführen. Dabei häufen sich merkwürdige Phänomene. Die Geschichte soll an dieser Stelle Grusel vermitteln, schafft das aber nicht.

Geschichte steht auf wackeligen Beinen

Dummerweise steht das komplette Storygerüst auf ziemlich wackeligen Beinen, gerade für ein Adventure. Es kann mich nicht wirklich mitreißen. Die Geschichte der Inuit ist reich an Legenden und voll von Mythen. Davon finden aber kaum welche Einzug in den Spannungsfaden von Alpha Polaris.

Genre-typisch treiben wir die Geschichte durch unser eigenes Handeln voran. Wir führen Gespräche mit den Kollegen auf der Ölbohrstation. So erfahren wir mehr über die Geschehnisse um uns herum. Außerdem sammeln wir Hinweise für die Rätsel im Spiel.

Einfluss aufs Spiel gering

Im Verlauf von Alpha Polaris bekommen wir das Gefühl, Einfluss auf das Geschehen nehmen zu können. In einigen Unterhaltungen können wir beispielsweise unfreundlich oder freundlich antworten. Auch können wir dem Gesprächspartner glauben oder nicht. Doch leider hat keine unserer Entscheidungen spürbare Auswirkungen auf den Spielverlauf.

Gewohnte Maussteuerung

Rune steuern wir mit der Maus durch die Forschungsstation. Je nachdem, wie wir mit Objekten interagieren können, zeigt uns der Mauszeiger unterschiedliche Symbole an. Klar, dass das Auge uns den Gegenstand betrachten lässt. Eine Sprechblase zeigt uns an, dass wir die Möglichkeit haben, mit einer Figur zu sprechen. Das Symbol einer Hand erlaubt uns mit der Umwelt zu interagieren. Turmoil Games hält sich hier an etablierte Genrestandards.

Bei einigen Rätseln kommt allerdings noch eine Texteingabe hinzu. Ihr müsst dann ein gesuchtes Lösungswort selber eingeben. Bei den meisten Kombinationsrätseln müsst Ihr sonst oft nur die zuvor eingesammelten Gegenstände an den dafür vorgesehenen Orten verwenden. Alpha Polaris bietet sogar eine Hotspot-Anzeige, damit wir gar nicht erst dumm dastehen und nicht weiter wissen.

Nicht zeitgemäß

Die vorgerenderten Hintergründe in Alpha Polaris sind detailreich, aber nicht animiert. Deshalb wirkt das ganze Abenteuer mit der Zeit steril. Die Spielfiguren aber haben wenig Liebe erfahren. Sie sind nur hölzern animiert. In den Gesprächen kommen sogar nur Porträts zum Einsatz. Immerhin sind die Dialoge im Abenteuer komplett vertont. Die Sprecher passen zu den Charakteren. Leider sitzt nicht jede Betonung richtig. Dafür hält sich die Musik dezent im Hintergrund und passt zur jeweiligen Situation.

Einen großen Makel hat Alpha Polaris jedoch. Es ist verdammt kurz. Selbst Anfängern zeigt sich der Abspann vermutlich bereits nach fünft Stunden.

Fazit

Alpha Polaris hält leider nicht alle Versprechen. Das Abenteuer ist nicht wirklich schlecht, aber leider auch nicht gut. Die Geschichte wird von Turmoil Games weder „cineastisch“ noch „spannend“ erzählt. „Über 40 Schauplätze“ zählt Ihr nur, wenn Ihr die Nahansichten von Schlüsselbrettern und Computerbildschirmen dazu zählt. Am meisten enttäuscht mich jedoch die kurze Spielzeit. Nach vier Stunden war das Abenteuer für mich vorbei. Alpha Polaris kann ich deshalb nur beinharten Genrefans mit einer Affinität für die eisigen Regionen nördlich des Polarkreises empfehlen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Zurück zum Testarchiv
Was sagst Du dazu?
Zugehörige Spiele
Aktuelle News