Autor:  Hinzugefügt am 10.02.2008, zuletzt aktualisiert am 04.01.2016

Test: Aquadelic GT

Aquadelic GT
Aquadelic GT

Rennspiele werden immer wieder gerne gespielt: Sie machen Spaß und man muss nicht erst stundenlang eine Tutorialmission spielen, um herauszufinden, welche Funktion auf welcher Taste liegt. Jedoch sind Autorennspiele wie Weltkriegsshooter: übersättigt! Dieses Manko will Aquadelic GT, auf dem Wasser spielend, für sich ausnutzen und versucht sich in der Marktlücke zu platzieren. Ob es klappt, lest ihr hier.


Steig ein!

Nach der Installation im Hauptmenü angekommen, habt ihr die Wahl zwischen dem Singleplayer- und dem Multiplayermodus. Ersterer unterteilt sich in ein schnelles Rennen und in die Karriere. Das schnelle Rennen ist echt schnell – es gibt gar keine Einstellmöglichkeiten: Die Strecke sowie das Boot werden automatisch zufällig ausgewählt. Der Mehrspielermodus ist sowas ähnliches wie ein schnelles Spiel, nur mit ein paar Einstellmöglichkeiten und ohne Computergegner. Die Gegner können nur im lokalen Netzwerk beitreten. Maximale Anzahl sind neun, jedoch hat sich der Netzwerkmodus als unausgereift entpuppt, was sich beispielsweise in Synchronisationsfehlern ausgedrückt hat.

Eure Karriere

Der Inhalt der Karriere besteht darin, erfolgreich zu sein im Bereich der Bootsrennen. Hier beginnt ihr bei Null – sowohl was den Betrag auf dem Konto angeht, als auch was die Leistung des Bootes angeht. Wäre das Geldproblem gelöst, könnte man sich ein schnelleres Boot kaufen oder das vorhandene tunen. Um an Geld zu kommen, können Taxi-Missionen absolviert werden. Hierzu müssen an einem Punkt auf der Karte, der als Haltestelle fungiert, Fahrgäste eingesammelt und zu ihrem gewünschten Ziel gebracht werden. Manch ein Fahrgast wünscht sich etwas Action – Sprungschanzen können benutzt werden, um diesen Wunsch zu erfüllen, das bedeutet großzügiges Trinkgeld. Dreh- und Angelpunkt der Karriere ist aber die Bekanntheit des eigenen Charakters. Diese steigt natürlich mit jedem Sieg und jeder absolvierten Taximission. Ist ein bestimmter Bekanntheitsgrad erreicht, kommen Sponsoren auf den Spieler zu und fragen an, ob er nicht bei ihnen unter Vertrag stehen möchte. Das hat das Logo auf dem Boot, höhere Preisgelder und ein höheres Bekanntheitswachstum pro Sieg zur Folge.

Die Rennen selber sind wie in einem normalen Rennspiel auch. Es treten verschiedene Boote gegen euch an und ihr solltet wenigstens unter die ersten Drei kommen. Etwas abseits gelegen von der Ideallinie auf dem Wasser sind Kisten versteckt, die ihr einsammeln könnt. Hier drin sind beispielsweise Nitros versteckt oder Waffen, mit denen ihr euren Gegnern etwas den Wind aus den Segeln nehmen können.

[is-gallery ids=“34616,34617,34618,34619″]

Ist das Boot zu langsam, kann es getunt werden. Jedoch halten die Optionen dazu sich in sehr überschaubaren Grenzen. Für den Motor und das Ruder gibt es nur „getunt“ oder „nicht getunt“, das dritte leistungssteigernde Feature ist die Anzahl der Nitro-Fässer. Hinzu kommen noch die Lackierung und die Hupe.

Gespeichert werden kann das Spiel im Hotel. In Russland, dem ersten Ort des Geschehens, ist dies noch kostenlos, in jeder weiteren Örtlichkeit kostet das Speichern Geld. Jedoch ist Vorsicht geboten; es gibt zwar im Pausenmenü einen Hotkey zum schnellen Springen zum Hotel, jedoch sollte dieser vermieden werden: Auf unserem Testrechner waren nach dem Speichern die Spielfortschritte komplett verloren, bis auf den Charakter und seinen Namen! Um der Miete für einmal Speichern zu entfliehen, könnt ihr euch ein Haus am Hafen kaufen. Jedoch ist dieses teuer und bietet außer dem kostenlosen Speichern keinerlei Vorteile.

Des Weiteren bietet die Karriere noch ein kleines Extra außerhalb des Bootsfahrens. Hier wird beispielsweise ein Pilot gesucht, der in einem überschwemmten Bereich Kisten mit Hilfsmitteln abwirft.

Das sieht doch gut aus

Die Grafik ist ein großes Plus bei diesem Spiel. Die Licht- und Wassereffekte lassen – bei höchsten Einstellungen und übertrieben hoher Qualitätsverbesserung – sogar eine GeForce 8800 GTS schwitzen und sehen sehr schick aus. Leider wurde nicht überall so viel Liebe ins Detail gesteckt; die Landschaft außerhalb des Wassers wirkt etwas lieblos – hier wären wenigstens ein paar mehr Details schön gewesen. Das eigene Boot hingegen hat eine ähnliche Qualität wie das Wasser: Es schaut nahezu perfekt aus und gerade am Anfang sind die Zeichen der Zeit gut sichtbar. Bei den Booten der Computergegner ist das schon etwas Anderes, aber nicht ganz so extrem wie der Bruch zwischen Wasser und Land. Bei höheren Geschwindigkeiten, beispielsweise nach dem Abfeuern eines Nitros, verwischt das Bild etwas – der berühmte Tunnelblick.

Das klingt auch gut

Die Akustik ist äußerst gelungen. Die Boote klingen authentisch und die Effekte der Spezialwaffen glaubwürdig. Die Jukebox, die für die musikalische Untermalung sorgt, macht ihre Sache ebenfalls sehr gut. Das Repertoire der Titel ist abwechslungsreich, passt sich der Atmosphäre an und bietet für jeden Musikgeschmack den passenden Hit. Jedoch handelt es sich bei den Liedern nicht um solche, die man aus dem Radio kennen würde; sie sind zwar von Künstlern lizenziert, aber nicht wirklich bekannt.

Fazit

Aquadelic GT hinterlässt gemischte Gefühle. Einerseits sieht es sehr, sehr hübsch aus und die Rennen sind durchaus geeignet kleinere Anflüge von Langeweile im Zaum zu halten. Andererseits ist die Karriere kurz, die Story mehr als flach und der Mehrspielermodus unausgereift. Wir hoffen auf einen zweiten Teil, der sich besser zu präsentieren weiß. Der Preis von ca. 15 Euro ist jedoch für das Gebotene sehr fair.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Aktuelle Nachrichten

Werbung