Autor:  Hinzugefügt am 18.12.2007, zuletzt aktualisiert am 15.11.2015

Test: Need for Speed: ProStreet

Need for Speed ProStreet - Screenshot
Need for Speed ProStreet - Screenshot

Überraschend steht dieses Jahr im Dezember Weihnachten vor der Tür. Mindestens genauso überraschend ist es, dass Electronic Arts anlässlich dieses Festes neue Ausgaben erfolgreicher Spieletitel in die Regale stellt. Die 2007er Version der Need for Speed-Reihe haben wir uns für Sie angesehen.


Von der Straße auf die Rennstrecke

Zugegeben, illegale Straßenrennen hatten ihren Reiz. Doch nach über vier Jahren ist dieses Pflaster etwas monoton geworden. Daraus resultiert, dass Need For Speed: ProStreet auf echten, abgesperrten Rennstrecken spielt, auf denen richtig organisierte Renn-Clubs ihre – zur Abwechslung sogar legalen – Rennen austragen. So kommt es, dass weder die Polizei, noch der Gegenverkehr die Rennen behindern.

Auffällig ist jedoch, dass es weder einen Wetter- noch einen Tag-Nacht-Wechsel gibt. Zumindest Regen hätte der Abwechslung im Rennspiel noch etwas besser getan.

Die Karriere

Die Karriere, als Hauptteil des Einzelspielermodus, ist mehr oder weniger (wieder) so, wie man es sich von einem Rennspiel vorstellen würde. Am Anfang wird kurz das Szenario erklärt, in dem sich der Spieler bewegt, danach wird man weitestgehend mit Cut-Scenes und der gleichen in Ruhe gelassen. Im Wesentlichen geht es darum, der neue Showdown King zu werden. Diesen Titel hat zu Beginn noch Ryo Watanabe inne, der davon jedoch ziemlich abgehoben ist, in Interviews versucht, seine Renn-Autorität zu bewahren, indem er die Leistungen anderer herunter redet. Sie spielen den Protagonisten des Spiels, Ryan Cooper, der sich von Null an heraufarbeiten muss, um Ryo zu zeigen, dass er nicht der einzige Fahrer im Feld ist. Das erledigen Sie, indem Sie an Rennveranstaltungen der Einzelnen Renn-Clubs teilnehmen und möglichst gut abschneiden. Eine Rennveranstaltung besteht aus mehreren Rennen (z. B. Grip oder Zeitfahren) und Events (z. B. Drag oder Drift). Hierbei kommt es nicht nur darauf an, dass Sie als erster die Ziellinie sehen; das ganze sollte möglichst elegant geschehen, wenn Sie den Renntag dominieren möchten. Den Renntag zu dominieren, hat den Vorteil, dass Sie mehr Geld bekommen und das wiederrum ist in Need For Speed: ProStreet sehr knapp. Die Punkte, die über Ihre Dominanz entscheiden, sammeln Sie beim Fahren. Es spielt eine Rolle, ob Sie beispielsweise den aktuellen Rundenrekord einstellen oder Ihren Wagen beschädigen. Wenn Sie also besonders schnell und besonders sicher fahren, erhalten Sie mehr Punkte, ggf. genug, um den Tag zu dominieren. Neben zusätzlicher Geldprämie gibt’s dann noch „Marker“, die Sie sich aussuchen können. Hinter jedem Marker ist ein Extra versteckt, beispielsweise ein Reparaturgutschein oder Geld. Für einen siegreichen Renntag können Sie sich einen Marker aussuchen, dominieren Sie den Tag, sogar zwei.

Die Rennstrecken sind vielfältig und gehen rund um die Welt. So gibt es beispielsweise eine Strecke in der Wüste von Nevada, aber auch einen abgesperrten Autobahnabschnitt in Deutschland, auf denen Sie sich behaupten müssen.

Am Anfang der Karriere legen Sie fest, wie gut Sie im Rennsport-Genre sind. Danach bestimmt das Spiel, welche Fahrhilfen (z. B. Traktionskontrolle, ABS, …) aktiviert werden. Als „King“ sind Sie aber auf sich allein gestellt, was das Spiel deutlich schwerer, aber zu einer Herausforderung werden lässt.

Physikalisch erweitert

Für ProStreet gibt es einige Neuerungen in der NfS-Welt. Beispielsweise ist das lange Zeit vermisste Schadensmodell wieder vorhanden. Es überzeugt einerseits durch eine recht glaubwürdige Beschädigung des Wagens und hat andererseits sogar auf die Leistung des Autos Einfluss; jedoch bleibt es bei der Leistung, die Lenkung ist nicht davon betroffen. Das schon aus dem letztjährigen Carbon-Teil bekannte Auto-Sculpt-Feature befindet sich noch im Repertoire der Tuning-Werkstatt. Diesmal dient es jedoch nicht ausschließlich der Optik, sondern auch der Leistung. Im Windkanal kann dies überprüft werden.

Die Fahrphysik hat eine kleine Verjüngungskur abbekommen, NfS-Kenner werden sich am Anfang also stark umgewöhnen müssen, denn das Auto hat beim Lenken jetzt eine gewisse Trägheit, sodass – wenn auch nur schwach – die allgemeine Fahrphysik in Richtung Simulation abdriftet.

Rennmodi: Vielfältig

Was die Rennmodi angeht, haben sich die Entwickler, aufbauend auf bekannten Elementen, einiges ausgedacht. Da wäre u. a. der Drag-Modus zu erwähnen. Diesen gibt es in verschiedenen Längen (¼ Meile, ½ Meile) und zuvor werden die Reifen aufgewärmt. Hierbei müssen Sie die Reifen in einem Burnout durchdrehen lassen, und zwar so, dass die „perfekte“ Menge Gummi auf dem Asphalt landet. Dies bedeutet dann bessere Startbedingungen für Sie. Eine Abwandlung davon sind Wheelie-Wettbewerbe, die aber erst später (weil nur mit starken Autos realisierbar) auf dem Stundenplan stehen. Es geht darum, nur auf den Hinterrädern ins Ziel zu fahren.

Bei Hochgeschwindigkeitsrennen geht es darum, wie der Name schon sagt, möglichst schnell zu fahren. Jedoch wirdfahrerisches Können verlangt, denn nur allzu schnell landet eine Unachtsamkeit neben der Strecke oder noch schlimmer an einem Hindernis, was einen Totalschaden und das Ende des Rennens zur Folge hat. Schon bekannt sind Radarfallenrennen, bei denen so schnell wie möglich an einem „Starenkasten“ vorbeigefahren werden muss und die einzelnen Werte summiert werden.

Ein nach Need for Speed: Underground 2 nicht mehr gelieferter Rennmodus ist das Driften. Dieses darf nun wieder bezwungen werden, wirkt aber leider unfertig. Die Steuerung ist alles andere als präzise. Eine Wandberührung hat keine weiteren Sanktionen zur Folge, einzig das Fahren zu weit abseits der Strecke lässt den Punktestand einfrieren. Bei Sector-Shootouts geht es darum, jeden Sektor einer Rennstrecke zu dominieren, d. h. Sie müssen in jedem Abschnitt der Strecke die beste Zeit hinlegen.

Tuning ist (noch immer) alles

Das Tuning kommt nicht zu kurz beim neusten Ableger der Rennspiel-Reihe. Jedoch hat sich das Wie des Tunings etwas verändert. Sind Sie in früheren Teilen zum Tuning-Laden gefahren, tunen Sie jetzt einfach in Ihrer Garage. Dort gibt es verschiedene Tuning-Kits für Ihre Autos, aus denen Sie auswählen können, was Ihnen wichtig ist. Das Ergebnis speichern Sie dann in einer Blaupause, nach deren Vorgabe dann für die Karriere Ihr Auto zusammengebaut wird. Eine Teststrecke zum Ausprobieren der neuen Tuningteile fehlt allerdings.

Das Geld muss reichen!

Das liebe Geld ist ein Problem in ProStreet. Die Prämien fürs Gewinnen bei Rennen sind sehr knapp, im schlimmsten Fall haben sie vier Autos gleichzeitig zu tunen – und zu reparieren. Bei ProStreet dürfen Sie sich für jeden Renntyp ein Auto mitbringen plus einen Ersatzwagen, falls Sie mal einen Totalschaden mit einem anderen Gefährt bauen. Da Reparieren Geld kostet, ist selbiges sehr eng begrenzt, was den Spieler andererseits aber dazu zwingt, sauberer zu fahren, um beispielsweise unnötige Reparaturkosten zu vermeiden.

Fazit

Endlich! Der frische Wind in der Need-For-Speed-Serie tut eindeutig gut. Das Warten hat sich also gelohnt. ProStreet ist vielleicht nicht perfekt, aber auf jeden Fall ein großer Fortschritt zu Carbon. Selbst wenn die Nachrichten im Vorfeld (keine frei befahrbare Stadt, abgesperrte Strecken) für Unken gesorgt haben, so bleibt festzuhalten, dass es EA geschafft hat, einen NfS-Teil zu bringen, der trotzdem Spaß macht.

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